Wie man mitten im Chaos wieder Vertrauen und Mut finden kann

von Petzi

Manchmal fühlen wir uns ohnmächtig. Und dieses Gefühl muss nicht zwangsläufig einer großen Krise zu verdanken sein. Auch im Kleinen kann das Gefühl auftauchen. Wenn das Kind einen Wutanfall bekommt, den man zusammen aushalten muss, wenn einem plötzlich eine neue Führungskraft vor die Nase gesetzt wird, die man aushalten muss, wenn man nicht mehr weiß, wie man sich das teure Leben noch leisten kann oder wenn die Nachbarn in der Wohnung nebenan immer furchtbar laut sind und man daran erstmal nichts ändern kann.

Ohnmacht taucht dann auf, wenn die Kontrolle fehlt. Und viele von uns streben danach alles im Griff zu haben. Dabei ist genau das ein Trugschluss. Denn wenn wir wirklich ehrlich sind, dann werden wir feststellen, dass wir über sehr viele Dinge keine Kontrolle haben und es uns gut tun würde, wenn wir mutig und im Vertrauen vorangehen und Ohnmacht als Teil unseres Lebens anerkennen. Wer das tut, der wird in den entscheidenden Momenten die benötigte Kraft in sich entdecken und ebenso auch nutzen können. Ohnmacht ist Teil unseres Lebens, wie sinnvoll wäre es daher anders damit umzugehen.

Wie das Kaninchen vor der Schlange

Ohnmacht trifft uns auch im großen Stil immer häufiger. Verfolgt man aktiv die Nachrichten und das aktuelle Weltgeschehen, dann wird einem ganz sicher häufig nur noch mulmig zumute. Wir schlittern von einer Katastrophe in die nächste, durchleben Kriege, Pandemie, spüren einen großen Rechtsdruck und mit unserem Klima steht es leider auch ganz und gar nicht gut. Es ist daher mehr als verständlich, wenn man sich bei dieser Lage nur noch die Decke über den Kopf ziehen möchte oder die Nachrichten irgendwann sogar gar nicht mehr verfolgt.

Lesetipp: Sehr passend dazu ist hier auch mein Beitrag aus dem letzten Adventskalender “Wie negative Nachrichten unser Denken verändern.”

76 Prozent der Deutschen schauen pessimistisch in die Zukunft. Eine Zahl, welche die “Zukunftsstudie 2021” hervorgebracht hat. Autorin Melanie Wolfers schreibt in ihrem Buch “Nimm der Ohnmacht ihre Macht” (bene) jedoch sehr treffend darüber.

Möglicherweise sagst du dir auch manchmal so Dinge wie “Ich will mich damit gar nicht auseinandersetzen, weil es mich nur herunterzieht.” oder “Es regt mich so auf, dass ich lieber nicht daran denke.” Doch die Autorin fragt zurecht: “Wie können wir die anstehenden Probleme auch nur ansatzweise angehen, wenn wir diese für zu deprimierend halten, um überhaupt darüber nachzudenken?! Ja, die Welt raubt mir den Atem! Ich komme mit dem Mitdenken und Mitfühlen nicht mehr hinterher. Und doch: jede Veränderung beginnt damit, dass wir beschreiben, was ist, und dass wir die harte Realität anerkennen!”

Und weiter: “Aus diesem Grund müssen wir uns auch der lähmenden Angst vor der Ohnmacht stellen. Es gilt, uns mit den Gefühlen von Überforderung und Hilflosigkeit mutig auseinanderzusetzen. In dem Maß, in dem wir das tun, werden wir auch die Kraft in uns entdecken, positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln und an ihrer Umsetzung mitzuarbeiten.”

Wie kommt es zum Gefühl der Ohnmacht?

Das Gefühl der Ohnmacht beschreibt den Zustand, dass man ein bedrohliches Geschehen nicht beeinflussen kann bzw. keine Kontrolle über eine Sache hat. Dieses Gefühl kann so gut wie in jedem Lebensbereich auftauchen. Sowohl aufgrund der vielfachen Krisen der Welt, als auch im alltäglichen Leben. Und übrigens auch, wenn man sich selbst hilflos ausgeliefert ist. Doch was ist damit gemeint?

Wenn man trotz Anstrengung eine schlechte Angewohnheit oder Sucht nicht lassen kann, wenn man in Mustern und Zwängen gefangen ist oder auch, wenn der eigene Körper nicht mehr mitspielt. Chronische Krankheiten, die häufig auch mit starken Schmerzen einhergehen können, sowie schwindende Kräfte. Das alles sind stellenweise Vorboten des totalen Kontrollverlusts, langfristig auch des eigenen Sterbens. Und das wiederum ist die radikalste Ohnmachtserfahrung.

Eine wichtige Erkenntnis gibt es jedoch: Sich ohnmächtig und hilflos zu fühlen heißt noch lange nicht, auch tatsächlich ohnmächtig und hilflos zu sein.

Folgende traurige und wegweisende Parabel trifft es auf den Punkt: Ein kleiner Junge liebte den Zirkus. Insbesondere fasziniert ihn der Elefant mit seiner ungeheuren Größe und Kraft. Was ihm jedoch ein Rätsel aufgibt: Jeden Abend wird der Riese an einen kleinen Holzpflock angekettet. Nur eine Handbreit tief ist dieser in den Boden geschlagen. Warum um Himmels willen zieht der Elefant nicht den Pflock heraus, an den er festgebunden ist? Warum macht er sich nicht aus dem Staub? Da erklärt ein weiser Mann, dass der Elefant, als er klein war, an diesem Holzpflock gekettet worden ist. Er zerrte und zog daran, aber hatte nicht die Kraft, sich zu befreien. Irgendwann fügte er sich in sein Schicksal. Heute reißt er nicht mehr an seiner Kette, weil er glaubt, dass er es nicht kann. Allzu tief hat sich die Erinnerung in sein Gedächtnis eingebrannt, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat. Das Fatale: Nie wieder hat er gewagt, diese Erinnerung ernsthaft zu hinterfragen. Dabei müsste der große Elefant sich nur ein einziges Mal trauen, seine Kraft auf die Probe zu stellen – und schon wäre er frei.

Gefühle von Hilflosigkeit und Ohnmacht reichen weit zurück in die eigene Biografie. Erfahrungen, die wir in frühester Kindheit mit unseren primären Bezugspersonen gemacht haben, lagern sich in unserem emotionalen Gedächtnis ab und prägen uns.

In unserem Gehirn läuft eine Art Hintergrundprogramm ab, dass uns daran hindert für uns selbst einzutreten, das uns ausbremst und dank dessen wir an bestimmten Verhaltensmustern festhalten. Ganz so, als wären wir der Elefant im Zirkus. Wir haben eine vorgefertigte Meinung von uns und glauben, dass wir eine Sache nicht können – da es schließlich vor Jahren auch nicht geklappt hat.

Dabei vergessen wir jedoch, dass wir mittlerweile ganz andere Erfahrungen gemacht und neue Dinge gelernt haben. Wir glauben unseren Ohnmachtsgefühlen blind und übersehen, dass diese noch aus Kindertagen stammen. Dabei sind wir als erwachsene Menschen durchaus in der Lage kraftvoll für uns selbst einzutreten.

Was du dich fragen kannst:

  • Gibt es Ohnmachtserlebnisse aus der Kindheit, an die ich mich erinnere?
  • Erlebe ich auch heute noch Ohnmacht? Wo, wann, durch wen? Wie reagiere ich darauf (körperlich, emotional, gedanklich)?

Aus der Mücke einen Elefanten machen

Wenn wir mit Situationen konfrontiert sind, die uns hilflos, unsicher oder ängstlich machen, dann ist es immer sinnvoll mit einer gewissen Skepsis auf die eigene Wahrnehmung zu schauen. Wir schaffen damit eine Distanz und können ehrlich fragen: Was empfinde ich gerade? Wie habe ich die Situation spontan im ersten Augenblick bewertet?

Gehen wir an eine Sache realistisch heran und überlegen uns sogar, was wir tun können, dann suchen wir nach neuen Wegen zur Bewältigung des Problems. Das wiederum schafft eine Neubewertung der Situation und diese wiederum beeinflusst unsere Gefühlswelt.

Das kann dazu beitragen, dass sich das eigentlich vorherrschende Ohnmachtsgefühl auflöst, weil wir Handlungsspielräume entdecken und einer Sache nicht hilflos ausgeliefert sind.

Fotocredits: David Monje via Unsplash.com

“Ich bin hilflos. Ich kann nichts bewirken.” – Es gibt kaum eine fatalere Überzeugung für einen Menschen oder eine Gesellschaft wie diese!

Mutlosigkeit ist für die Einzelnen eine Tragödie, denn die Betroffenen bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Und es führt eine Gesellschaft an den Abgrund, wenn ihre Mitglieder nicht mehr an ihre Lösungsbegabung und Handlungskompetenz glauben.

Warum nicht einfach mal machen?

Wenn du auch immer mal wieder in einer Spirale an pessimistischer und entmutigender Erfahrung gefangen bist, dann lohnt es sich, daraus auszubrechen und die eigenen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen.

Ein Beispiel: Ein 75 jähriger Mann bekommt von seinen Kindern ein iPad geschenkt und denkt “Ich bin zu alt, um damit klarzukommen!”

Dann helfen die folgenden vier Fragen:

  1. Beweise: Welche Belege gibt es für deine Auffassung?
  2. Alternativen: Vom Alter abgesehen, welche anderen Gründe gibt es, dass du das bisher noch nicht gelernt hast?
  3. Was wäre, wenn…: Welcher Schaden könnte entstehen, wenn du es einfach mal versuchst?
  4. Nutzen: Helfen dir deine pessimistischen Gedanken, bringen sie dich weiter?

“Der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas können oder nicht, liegt darin, es zu versuchen, und zwar mit vollem Einsatz.”

Autorin Monika Schmiderer schreibt in ihrem Buch “Die Kraft deiner Bestimmung – finde Vertrauen und Mut in einer chaotischen Welt” (Droemer) ebenfalls darüber. Folgenden Absatz möchte ich hier zitieren:

“Denn diese Welt ist wohl für niemanden von uns eine Bühne, die wir betreten und vor der das Publikum bereits begeistert auf uns wartet. Diese Welt ist vielmehr eine Arena, in der wir immer wieder herausgefordert werden, uns dem Kampf zu stellen: dem Kampf mit unseren Ängsten und Zweifeln. Mit unserem Gefühl der Klarheit. Mit all den Überzeugungen und Gedanken, die uns im Weg stehen. Und: mit all den Menschen, die uns die Stirn bieten.”

Verabschieden, Verarbeiten und (Neu-)Verwirklichen

In ihrem Buch nennt Schmiderer die aktuelle Zeit das Dazwischen. Wir fühlen uns häufig ohnmächtig und machtlos, weil sich vieles im Wandel befindet. Viele Dinge, auf die wir uns immer verlassen haben, die sind plötzlich nicht mehr da. Menschen, mit denen wir uns jahrelang verbunden gefühlt haben, haben sich verändert. Wir selbst haben uns verändert. Träume, die wir lange Zeit hatten, lösen sich in Luft auf.

So schreibt sie in ihrem Buch darüber, dass die Gesellschaft jetzt eine gemeinsame Aufgabe hat. Sich von Dingen und Anschauungen zu verabschieden, Dinge zu verarbeiten und sich neu verwirklichen.

Die verschiedenen Stressoren des Lebens, die auf uns einwirken, bewegen uns und unser Wesen und erzeugen Spannung. Alle Krisen mit denen wir zusätzlich konfrontiert werden, erzeugen weiteren Druck. Und manchmal fühlt es sich so an, als würde man darunter zusammenbrechen.

Doch damit dein Gebäude (=du) mehr Druck standhalten kann, solltest du es umzustrukturieren. Es stützen, neue Streben einsetzen und es damit stabiler machen.

Druck und Spannung bewegen dich. Aber du kannst entscheiden, in welche Richtung.

Sieben sinnstiftende Haltungen, die uns wieder Energie geben

Gefühle von Ohnmacht und Kontrollverlust gehören unweigerlich zu unserem Leben. Selbst wenn wir es uns anders wünschen würden, werden wir solche Momente immer wieder erleben.

Wir können jedoch auf sieben sinnstiftende Haltungen bauen, die uns in der Not weiterhelfen können und neue Energie freisetzen. Es sind zentrale Ressourcen des Lebens, die unser Gefühl für das Mögliche stärken und die Gefühle von Hilflosigkeit und Ohnmacht eindämmen können.

Diese sieben Haltungen lauten:

  • Dankbarkeit
  • Freude
  • Vertrauen
  • Verzeihen
  • Zuversicht
  • tatkräftiges Hoffen
  • Innehalten

Dankbarkeit

Eine dankbare Haltung lässt uns Freude und Wohlergehen empfinden und hängt überdurchschnittlich eng mit unserer psychischen Gesundheit zusammen. Dankbare Menschen fühlen sich meist glücklicher und vitaler und sind hoffnungsvoller und zufriedener.

Eine dankbare Haltung macht uns empfänglicher für Gutes und Gelungenes und lässt uns mit unserem Fokus nicht auf dem Negativem verharren. Wolfers schreibt: “Jedes Mal, wenn Sie Gelegenheiten entdecken, dankbar zu sein, gewinnen Sie dem Meer der dunklen Gefühle Land ab.”

Was man tun kann: Dankbarkeitstagebuch schreiben, Reflexionsfragen beantworten.

Freude

Freude ist ein Gegengewicht zu Dunkelheit und Schwere. Für einen Augenblick stimmt einfach alles im innen und außen. Zudem lässt uns Freude ganz in der Gegenwart ankommen. Ergreift uns Freude, dann sind wir schließlich ganz im Moment. Und insbesondere in Krisenzeiten ist das so wichtig. Denn immer wenn uns die Freude erfüllt, dann kann man sich das so vorstellen, als treten wir aus dem Schatten heraus. Die düstere Zukunft rückt in den Hintergrund und das Leben zeigt sich in seiner unerwarteten Fülle. Das wiederum lässt Vertrauen in uns aufkeimen.

Was man tun kann: Überlege dir, wann deine Augen das Leuchten beginnen, was dich mit Freude erfüllt, was dir Energie gibt, wofür du Begeisterung verspürst. Notiere diese Dinge auf deiner persönlichen “Freude-Liste” und nimm diese zur Hand, wenn du unbedingt wieder eine neue Portion Freude benötigst.

Vertrauen

Vertraut uns eine Person und traut sie uns etwas zu, dann festigt sich damit auch automatisch das Vertrauen in uns selbst und unsere eigenen Fähigkeiten. Aber auch die Erfahrung, dass wir auf andere Menschen bauen können ist wichtig. Sind wir mit Menschen zusammen, denen wir vertrauen, dann verringert sich unsere eigene Angst und wir werden zuversichtlicher.

Wichtig ist hierbei jedoch, dass wir zwischen dem Urvertrauen und dem Vertrauen in eine bestimmte Person unterscheiden. Personen können uns enttäuschen und verletzten. Das kann zwar enttäuschen und erschüttern, lässt meine Fähigkeit zu vertrauen aber nicht grundlegend verschwinden.

Das Urvertrauen wird dagegen bereits im Säuglingsalter gebildet. Hat ein Säugling im ersten Lebensjahr keine verlässliche Bezugsperson, kann ein Urmisstrauen entstehen. Das wiederum macht es uns sehr schwer, zu stabilen Persönlichkeiten heranzuwachsen. Man geht inzwischen jedoch davon aus, dass ein Urvertrauen nachreifen kann.

Was man tun kann: Sich genügend Zeit für tragfähige und stabile Beziehungen nehmen. Denn besonders in schweren Zeiten ist es wichtig zu wissen: Auf welche zwei, drei Personen kann ich bauen?

Verzeihen

Wenn wir an alten Enttäuschungen festhalten oder uns selbst vorwerfen, dass wir anders handeln hätten müssen, dann verhindert das, dass wir Zufriedenheit, Freude und Zuversicht erleben. Denken wir häufig und intensiv negativ über unsere Vergangenheit nach, dann nagt das an unserem Herzen.

“Wir sollen unsere Enttäuschungen verbrennen und sie nicht einbalsamieren.” – Mark Twain

Eine entscheidende Voraussetzung damit loslassen gelingen kann ist, dass wir etwas auch wirklich zurücklassen wollen.

Was man tun kann: Vielleicht folgende Übung. Setze dich bequem und aufrecht auf einen Stuhl. Lege deine Hände mit den Handflächen nach oben zu einer Schale zusammen. Versuche, aufmerksam deine Handinnenflächen wahrzunehmen.

Frage dich: Was habe ich darin an Altem angesammelt? Was davon will ich loslassen? Spüre jetzt in deine Hände hinein. Wenn du bereit dazu bist, dann dann dreh die Handinnenflächen nach unten. Lass sie los.

Forme erneut eine Schale mit deinen Händen. Wie fühlt sich diese jetzt an? Wofür gibt es jetzt neuen Platz und neuen Raum?

Zuversicht

Eine zuversichtliche Person ist in der Lage, Schwierigkeiten nüchtern zu analysieren, ohne dass sie sich vom Ernst der Situation lähmen lässt. Sie glaubt daran, dass sich eine Situation verbessern lässt und ihr Einsatz dazu zählt.

Spannend: Pessimisten und Optimisten nehmen zwar entgegengesetzte Positionen ein, kommen in einer entscheidenden Sache aber doch überein: Beide verlieren ihre Eigenverantwortung aus dem Blick. Sie unterlassen es aktiv zu werden und nach Lösungen zu suchen. Eine zuversichtliche Person erkennt hingegen was zu tun ist und investiert beispielsweise Energie, um aus der Misere wieder herauszukommen.

Was man tun kann: Sich in Erinnerung rufen, welche Krisen und Probleme man bereits überstanden und gelöst hat. Das stärkt die eigene Zuversicht auch bei erneuten Situationen Lösungen zu finden.

“Die Sonnenblume wendet noch in der Nacht ihren Kopf in jene Richtung, wo die Sonne aufgeht. Ähnlich macht es die Zuversicht!” – Melanie Wolfers

Tatkräftig hoffen

Tätig zu sein, wenn auch nur im kleinen Rahmen, hilft dabei Gefühlen des Kontrollverlust zu begegnen. Wenn wir ins Handeln kommen, dann erleben wir Wirk-Macht, statt Ohn-Macht. Wenn wir das empfinden, wird unser Sinnerleben und unsere Zuversicht gestärkt.

Konzentrieren wir uns nicht nur auf unsere eigenen Nöte, sondern weiten unseren Blick und fragen uns: “Wer braucht mich? Wem kann ich etwas Gutes tun?” hilft uns das sehr.

Die Autorin schreib in ihrem Buch: “Das Wissen um die Kraft des Wir entlastet. Und tut gut. Denn es nährt die Hoffnung: Auch wenn unser eigener Mut, unsere Zuversicht und Kraft begrenzt sind, so können wir damit doch vieles bewegen, in dem wir Mut und Zuversicht als soziale Ressourcen verstehen und mit anderen teilen, lässt sich die erstaunliche Erfahrung machen, dass sie sich auf wunderbare Weise vermehren.”

Was man tun kann: Zurückschauen und sich fragen, wann man im Einklang mit seinen eigenen Werten und Grundüberzeugungen gehandelt hat. Nachspüren, wie sich diese Situationen angefühlt haben und überlegen, was jetzt noch nachklingt.

Innehalten

Die größte Taste auf der Tastatur ist die “Leer”-Taste. Wir brauchen Zwischenräume und Unterbrechungen, um Texte flüssig lesen zu können. Das ist aber nicht nur bei diesem Text so, sondern auch bei unserem eigenen Lebenstext.

Wir müssen regelmäßige Pausen einlegen, unseren eng getakteten Alltag bewusst unterbrechen und Zwischenräume schaffen, um innezuhalten. Um Zeit zu haben, über unser Leben nachzudenken und damit einhergehend besser mit Gefühlen wie Ohnmacht oder Hilflosigkeit umgehen zu können.

Das Fundament unseres seelisch-geistigen Immunsystems liegt in einem bewussten Verhältnis zu uns selbst und dem Leben.

Für ein selbstbestimmtes Leben braucht es ganz besonders eine Sache: Die Bereitschaft regelmäßig innezuhalten und zur Selbsteinsicht. Die Bereitschaft, sich selbst immer wieder Freiräume zu erkämpfen und bei sich selbst Einkehr zu halten.

Was man tun kann: Einen stillen Tag einbauen. Wem das zu viel ist, der kann auch mit wenigen Stunden beginnen. Gehe in die Natur, schalte das Handy auf stumm und sprich mit niemandem. Als kleines Gedankenexperiment: Denke einmal bewusst darüber nach eine ganze Woche in Stille zu leben. Und frage dich folgendes:

  • Worüber würde ich mich am meisten freuen?
  • Wovor hätte ich am meisten Angst?

Eine spannende Podcastfolge zum Weiterhören ist übrigens diese hier:

Ich wünsche dir Mut und Vertrauen.

Vielleicht hattest du in letzter Zeit auch den einen oder anderen Moment, in dem du dich hilflos gefühlt hast? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn dir meine Anregungen weiterhelfen und du ein paar gute Gedanken für dich mitnehmen kannst. Ich wünsche dir eine gute Woche voller Möglichkeiten, Zeit für Einkehr und Ruhe, Zeit für Reflexion und für dich selbst. Nimm dir Zeit für die Dinge, die jetzt gerade wichtig sind. Ich freue mich immer über Nachrichten auf Instagram oder direkt auf diese Mail und auf deine Gedanken und deine Meinung zum Thema.

Hab einen wunderbaren Sonntag mit Zeit für dich.

Deine Petra

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