Heute liest du die letzte Ausgabe der aktuellen Themenwoche. Mein Urlaub ist mittlerweile vorbei und ich habe die erste Woche Arbeit hinter mir. Eine meiner Sorgen war daher auf jeden Fall, dass ich die neu gewonnenen Routinen nicht mit in den Alltag nehmen kann. Ohne Termine und alltägliche Verpflichtungen fällt es bedeutend leichter, sich auf sich selbst, die eigene Ernährung, Gesundheit und Leichtigkeit zu konzentrieren. Die Challenge startet eigentlich erst dann, wenn man zwischen verschiedenen Terminen und Verpflichtungen jongliert, lange Arbeitstage anstehen und man im Alltagstrubel den Fokus auf sich selbst nicht verlieren möchte.
Ich bin keine Expertin auf dem Gebiet und stehe selbst täglich immer wieder aufs Neue vor der Herausforderung. Wie ich dieses Mal vorgehe, welche Dinge ich mir notiert habe und wie es diese Woche gelungen ist, darauf werde ich heute ausführlicher eingehen.
Den Tank aufladen
In der Vergangenheit gab es Arbeitswochen, die ich mit Mühe und Not überstanden habe. Am Wochenende war ich so erschöpft, dass ich zwei Tage zur Regeneration brauchte, nur um dieses Spiel wieder von vorne zu beginnen. Dafür gab es viele Gründe. Neben der Tatsache, dass es im Team nicht nur personelle Engpässe gibt, lag es mitunter auch an meiner eigenen Einstellung. Aufgaben nicht deligieren, die Verantwortung nicht abgeben, schlecht Nein-Sagen, alles perfekt machen wollen und mir viel zu viel Arbeit auf den Tisch laden, um nur ein paar der Punkte zu nennen.
Mir war daher klar, dass es immer so weitergehen würde, wenn ich im ersten Schritt nicht konkret an mir selbst arbeite. Das war keine ganz neue Erkenntnis, doch dieses Mal habe ich es mir wirklich fest vorgenommen.
Im Urlaube habe ich lange darüber nachgedacht, welche Stressoren mir immer wieder begegnen und zugleich auch darüber, welche Energie ich aus meinem Job ziehe.
Was klar ist: Ich bin ein Scanner-Typ. Ich kann vielleicht viele Dinge nur so halb, aber dafür kann ich sehr vieles und habe unfassbar viele Interessen. Ich liebe es, mich immer wieder in neue Dinge einzuarbeiten und Dinge zu probieren. Aus diesem Grund würde ich auch nie glücklich werden, wenn ich nur den Job hätte, den ich habe. Es schenkt mir unfassbar viel Erfüllung diese Texte für euch zu schreiben, meinen Blog zu führen, Instagram zu bespielen und die ganzen anderen Projekte zu verfolgen, die es sonst noch gibt und die nebenbei laufen. Eine erste wichtige Erkenntnis.
Wenn du dich jetzt fragst, was ein Scanner-Typ ist, dann folgt hier eine kurze Erklärung: „Scanner“ sind vielbegabte Menschen, die gerne mehrere Projekte gleichzeitig am laufen haben, die sich für viele verschiedene, manchmal gar nicht zusammenhängende Bereiche interessieren und denen es oft schwerfällt, an einer Sache dranzubleiben.
Im Buch “Das 7-Tage-Rezept für weniger Stress” von Dr. Elissa Epel (Ü: Gabriele Würdinger) (Ullstein) las ich, dass man seinen Tag mit einem vollen Tank beginnen und beenden sollte. Darüber habe ich lange nachgedacht. Traf das bei mir zu? Eher nicht.
Leider bin ich ein Mensch, der die Dinge immer besonders perfekt machen möchte. Gelingt mir das nicht, dann lasse ich es oft ganz, statt mich mit den kleinen Dingen und Baby-Steps zufrieden zu geben. Auch das wollte ich ändern. Meine erste Aufgabe war es daher, dass ich entspannter in den Morgen starte und meinen Tank auflade. Es ist schließlich sinnbildlich wie bei einer langen Reise. Fahren wir morgens los und brechen auf zu unserem Urlaubsziel, dann würden wir auch zuerst die nächste Tankstelle ansteuern und nicht mit dem Reservetank aufbrechen.
In letzter Zeit habe ich immer wieder zum Handy gegriffen, obwohl das etwas ist, was ich wirklich überhaupt nicht mag. Ich benutze mein Handy nicht einmal als Wecker (aus gutem Grund) und bin dann dennoch schon morgens durch Instagram gescrollt.
Meine Ideen:
- Journaling oder Morning-Pages und das konsequent für mindestens 10 Minuten inkl. Affirmationen/Manifestationen
- Ausgiebig die Katzen streicheln (wenn du kein Tier hast, dann natürlich alternativ eine andere Aufgabe)
- Kein Handy bis die Arbeit beginnt (oder zumindest bis ich aus dem Haus gehe)
Für mich Baby Steps, weil ich diese Dinge sehr gut in meinen Alltag unterbringen kann und es gleichzeitig nicht gleich eine endlose Liste ist, die ich unmöglich umsetzen kann. Wenn es die zeitlichen Ressourcen erlauben, dann kann diese Liste selbstverständlich beliebig erweitert werden mit einem Spaziergang, eine Yogaeinheit oder anderen Punkten.
Es gibt mir jedoch das Gefühl, dass ich etwas für mich getan habe und lässt mich sofort deutlich positiver und energiegeladener in den Tag starten.
Die Autorin schreibt in ihrem Buch übrigens folgendes: “Die Art und Weise, wie Sie Ihren Tag beginnen, bietet Ihnen eine effektive Möglichkeit, Ihr Nervensytem zu kalibrieren. Wenn Sie Ihren Fokus auf das richten, was Sie haben, was Sie lieben, worauf Sie sich freuen und was Sie begeistert, beeinflussen Sie, wie Sie Ihren Tag erleben werden. Es kann etwas so Simples wie die Vorfreude auf die erste Tasse Kaffee oder eine Kuscheleinheit mit Ihrem Haustier sein.”
Setze dich nach dem Aufwachen in eine aufrechte Position oder bleibe noch ein wenig liegen (je nachdem, wie es für dich angenehmer ist). Gib dir Zeit sanft wach zu werden. Atme drei Atemzüge langsam und leicht ein und aus und stelle dir dann folgende Fragen:
- Auf was freue ich mich heute?
- Wofür bin ich dankbar?
Die Dinge, auf die du dich freust, die können ganz banal und unscheinbar sein. Vielleicht freust du dich darüber, dass die Sonne schon leicht durchs Fenster blinzelt, dass du dir gleich ein tolles Frühstück zauberst, dass du gesund bist oder dich heute zum Mittagsessen mit einer Kollegin verabredet hast usw. Wenn du deine geistige Energie darauf verwendest dich über bestimmte Dinge des Tages zu freuen, statt die schwierigen Aspekte zu fürchten, polsterst du deinen Tag mit “positiven” Kissen aus und machst ihn dir dadurch deutlich bequemer.
Und wenn du ganz im Affekt das Handy zur Hand genommen hast, dann werde dir darüber einfach bewusst, schließe die App, lege es zur Seite und mache mit deiner Morgenroutine weiter.
Das gilt für den Abschluss deines Tages übrigens ebenso. Manchmal hat man es nicht in der Hand, was einem tagsüber passiert. Man trifft vielleicht unfreundliche Menschen, hat schwierige Gespräche oder stressige Termine. Doch die letzten Stunden des Tages liegen in deiner Hand. Du hast die Möglichkeit sie dir so angenehm wie möglich zu gestalten, zur Ruhe zu kommen und dein Nervensystem zu regulieren. Denk über folgende Fragen nach:
- Was hat mich heute glücklich gemacht?
- Gab es etwas, das besser lief als erwartet?
- Was brachte mich heute zum Lächeln oder gab mir ein gutes Gefühl? Hab ich selbst jemand anderes zum Lächeln gebracht?
Indem du deine Gedankenwelt mit Bildern von Glücksmomenten fütterst, lässt du deinen Körper Zufriedenheit und Leichtigkeit spüren und beendest den Tag mit einem vollen Tank.
Sich gut um den eigenen Körper kümmern
Ganz logisch gesehen wissen wir alle, dass es wichtig ist sich gut um den eigenen Körper zu kümmern. Wir wissen um die positiven Effekte von Bewegung und Sport, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf. Praktisch vernachlässigen wir einige der Punkte dennoch immer mal wieder oder sogar häufiger.
Ein weiterer Punkt war daher, dass ich mich auf diese Bereiche konzentriere und dennoch entspannt bleibe. Keinesfalls wollte ich mit irgendwelchen Ernährungs- und Trainingsplänen beginnen, da ich dann bereits wieder eine Liste habe, die ich irgendwie abarbeiten muss und damit letztlich nur verlieren kann.
Jede Mini-Veränderung ist besser als keine.
Schaffe ich es auch nur ein einziges Mal die Woche in den Wald, so ist das besser, als wenn ich kein einziges Mal gehe. Und ich merke: Wenn dieser “Muss”-Gedanke wegfällt, schaffe ich es plötzlich viel leichter. Weil man die Freihheit hat eben nicht zu müssen.
Meine Punkte:
- Ernährung in den Fokus rücken
- Mittagspause machen, die nicht am Schreibtisch stattfindet
- Bewegung in den Alltag einbauen
- Mein Nervensystem regulieren
- Möglichst mindestens sieben Stunden schlafen
- Spiritualität und Rituale
Fokus 1: Ernährung
An dieses Thema will ich möglichst undogmatisch herangehen. Ernährung ist für viele von uns immer eng verknüpft mit Gewichtsabnahme. Für mich eine Begleiterscheinung gegen die ich nichts einzuwenden habe, aber nicht der eigentliche Antrieb. Vielmehr geht es mir darum mich allgemein fitter zu fühlen, mehr Energie zu haben, meinen Körper zu unterstützen und möglichst gut mit Nährstoffen versorgt zu sein.
Mein Problem ist nicht, dass ich vom Thema keine Ahnung habe. Bei mir ist es eher der Faktor Zeit. Mittags schnell von Meeting zu Meeting hetzen und dann so hungrig sein, dass ich einfach das esse, was der Kühlschrank hergibt. Bin ich nicht im Home Office, dann bin ich in der Regel unterwegs und bekanntlich gibt es nicht an jeder Ecke gute Alternativen. Meal Prep und Co ist leider nicht meine Stärke und doch werde ich es versuchen und mich neu organisieren.
Nebenbei bemerkt: Ich bin keine Foodbloggerin und werde es auch nie werden. Hättet ihr aber dennoch Lust auf ein kostenloses E-Book mit einigen Rezepten? Das wäre für mich eine zusätzliche Motivation, um noch mehr am Ball zu bleiben und wahrscheinlich ein ziemlicher Spaß beim Ausprobieren.
Accounts, die ich in diesem Zusammenhang empfehlen kann:
Ich liebe Nadine Burck schon lange für ihre wertvollen Fotografie-Hacks und finde es bemerkenswert, wie sehr sie sich immer wieder neu wandelt. Zu Beginn des Jahres hat sie ihre Ernährung umgestellt, sich selbst priorisiert und Babysteps in die richtige Richtung gemacht. Entstanden ist ihr E-Book “comfort health” (das ich mir selbst gekauft habe) und ebenfalls sehr empfehlen kann. Schau gerne mal bei ihrem Account vorbei, wenn dich das Thema interessiert. Shabnam Rebo ist Foodbloggerin aus München und hat bereits zwei tolle Kochbücher (siehe unten) veröffentlicht. Aber auch auf ihrem Account teilt sie wunderbare vegane und anti-entzündliche Rezepte und begeistert mich damit sehr. Dr. Sandra Weber ist Zahnärztin aus München, die sich auf Darmgesundheit spezialisiert hat und auf ihrem Account sehr viele gute Informationen zu gesundheitlichen Themen teilt. Svenja Ostwald ist für mich die Meal Prep Queen und teilt auf ihrem Account auch immer wieder wunderbare Rezepte und hat in diesem Jahr zudem ihr erstes Buch veröffentlicht (siehe unten).
Kochbücher, aus denen ich gerade häufig koche:
- “Quick & Easy” von Shabnam Rebo (DK Verlag)
- “Feel Good with Food” von Svenja Ostwald (Christian Verlag)
- “Einfach himmlisch gesund” von Lynn Hoefer (Thorbecke)
- “Healing Kitchen” von Shabnam Rebo (DK Verlag)
- “Anti-Entzündungsküche” von Saskia Johanna Rosenow (ZS Verlag)
Fokus 2: Mittagspause bzw. allgemein Pausen
Ich habe schon einmal davon berichtet, dass ich lange Zeit der Meinung war, dass ich keine Pause machen kann, weil ich noch so viel zu tun habe. Der Trugschluss ist, dass man nicht mehr schafft, wenn man dringend benötigte Pausen ausfallen lässt.
Auch Mini-Pausen über den Tag verteilt können immer wieder helfen. Das unterbrechen der Tätigkeit hilft, um mal kurz Durchzuatmen und die Gedanken neu zu sortieren. Unser Gehirn kann sowieso nicht stundenlang produktiv und konzentriert sein. Bestimmt ist es dir selbst schon aufgefallen, dass die Gedanken irgendwann abschweifen.
Die Psychologin Anke Glaßmeyer schreibt in ihrem Buch “Selbstfürsorge – dein Anker in turbulenten Zeiten” (Humboldt): “Je besser du deine Auszeit gestaltest, desto mehr lädst du deinen Akku auf und betreibst Selfcare.”
Meine Hacks, um die Pausen fest einzuplanen und auch umzusetzen:
- Ich buche die Pause in meinen beruflichen Terminkalender. Das klappt nicht immer, aber immer öfter.
- Ich mache immer kurze Pause nach dem Abschluss einer Aufgabe und gehe bewusst weg vom Schreibtisch.
- Ich versuche auch am Wochenende bzw. im normalen Alltag kleine Pausen einzubauen. (z.B. beim Einkaufen einen Stop im Café auf einen Kaffee)
Pausen versuche ich mittlerweile dafür zu nützen, mir selbst etwas Gutes zu tun. Beispielsweise sssen kochen und dieses in Ruhe essen, draußen ein paar Schritte gehen, mich in den Garten setzen. Ich versuche das Handy wegzulassen. Wenn ich für Instagram Content produziere, dann poste ich diesen immer zeitversetzt, damit ich nicht in Versuchung gerate wieder durch Instagram zu scrollen.
“Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.” – Elizabeth Barrett Browning
Fotocredits: Jamie Street via Unsplash.com
Fokus 3: Bewegung im Alltag einbauen
Während des Urlaubs war ich täglich eine große Runde im Wald. Mir war klar, dass ich diese Runde wahrscheinlich nicht täglich in den normalen Alltag integrieren kann, wobei auch das nur eine Sache der Priorität ist. Um dennoch Bewegung im Alltag zu haben versuche ich nun Kompromisse zu machen.
- Ich gehe eine kleinere Runde um den Block, wenn ich die große nicht schaffe.
- Ich mache ein paar Dehn- und Yogaübungen auf meiner Matte
- Wenn ich zu Terminen mit dem Auto fahre, dann parke ich absichtlich weiter weg, um noch zusätzliche Schritte zu sammeln. Das schenkt mir zudem auch die Freihheit, dass ich nicht noch zusätzlich gestresst bin, wenn ich keinen Parkplatz finde.
- Ich bewege mich in Meetings und Calls, in denen die Kamera nicht notwendig ist oder führe ein Telefonat (bei dem man den Rechner nicht braucht) sogar während des Spaziergangs .
Gerade der letzte Punkt war ein Game Changer, da ich in Bewegung sowieso besser denken kann und kreativer bin. Indem ich nun mit einem Headset ohne Kabel arbeite, stehe ich bei sämtlichen Calls ohne Kamera und bei reinen Telefonaten immer auf und bewege mich im Raum. Das schafft nicht nur zusätzliche Schritte, sondern tut mir grundsätzlich extrem gut.
Und wenn ich doch nichts davon schaffe, dann verurteile ich mich nicht, sondern freue mich auf den nächsten Tag, um da wieder mein Bestes zu geben.
Fokus 4: Mein Nervensystem regulieren
Vor einiger Zeit erst habe ich mit einer Person gesprochen, die sich auf die Prävention von Burnout spezialisiert hat. Diese brachte mich auf die Idee mich mit EFT auseinanderzusetzen. Die Bedeutung laut Wikipedia lautet: Emotional Freedom Techniques (deutsch Technik(en) der Emotionalen Freiheit) ist die Bezeichnung eines therapeutischen Konzeptes aus dem Bereich der „energetischen Psychologie“ und stellt eine Methode zur Linderung und Behandlung von Stress und psychischen Störungen durch Stimulation von Akupressurpunkten (Tsubos) dar.
Aber auch die Arbeit mit dem Vagus-Nerv tut mir sehr gut. Eine echte Empfehlung zu diesem Thema ist die Münchner Physiotherapeutin Julia Wohlfarth, die auf ihrem Account sehr viele hilfreiche Übungen zu diesem Thema teilt. Ich versuche täglich diese in meinen Alltag zu integrieren und merke tatsächlich eine Verbesserung.
Bevor ich euch hierzu jedoch weitere Tipps geben kann, muss ich mich selbst erst in das Thema einlesen. Gerade habe ich hier das Buch “Energy EFT” von Silvia Hartmann (VAK) (neu wohl leider nur noch als E-Book) liegen, in dem ich mich noch ausführlicher über das Thema informiere.
Fokus 5: Schlaf
Glücklicherweise kann ich sehr gut einschlafen, wache aber ebenso so leicht wieder auf. Seitdem ich Katzen im Haus habe kann das durchaus öfter passieren. Aus diesem Grund ist mein Schlaf aktuell nicht so erholsam, wie ich mir das wünschen würde.
Darauf versuche ich aktuell zu achten:
- Regelmäßig zu den gleichen Zeiten ins Bett gehen.
- Mindestens eine Stunde vor dem Schlafen kein Handy mehr zur Hand nehmen.
- Dankbarkeitstagebuch führen.
- Wenn der Tag stressig/anstrengend war oder es mir nicht gut geht, versuche ich vor dem Schlafen noch alles aufzuschreiben und damit aus dem Kopf zu bekommen.
- Neben meinem Bett liegt immer ein Notizbuch. Habe ich wirklich kreisende Gedanken oder eine Sache, die mir einfällt, kann ich diese schnell zu Papier bringen und damit loslassen.
Fokus 6: Spiritualität und Rituale
Das ist ein sehr individueller Fokus, mit dem sicherlich nicht alle etwas anfangen können. Mir helfen Rituale jedoch sehr. Wer mir auf Instagram folgt weiß wahrscheinlich, dass ich ein großer Fan von Tarot bin. Indem ich regelmäßig Karten ziehe und mir die sich daraus ergebenden Fragen beantworte, habe ich häufig das Gefühl mehr Klarheit für mich zu bekommen.
Ich liebe jedoch auch Heilsteine und lege bewusst passende Steine auf den Schreibtisch oder “arbeite” damit, weil ich das Gefühl habe, dass mir diese Rituale gut tun.
Wenn dir solche Dinge nicht zusagen, dann hast du aber vielleicht ein anderes individuelles Thema. Was könnte es bei dir sein?
Was mir in den letzten Tagen das Gefühl von Leichtigkeit gab
Wann man Leichtigkeit empfindet und fühlt ist wahrscheinlich höchst individuell. In den letzten Tagen habe ich ganz bewusst auf meine Empfindungen geachtet. Und ganz besonders viel Leichtigkeit habe ich immer dann empfunden, wenn ich auf meine Grenzen geachtet habe und wusste, ich tue gerade etwas für mich.
Wenn man jahrelang antrainierte Verhaltensweisen ändert, dann passiert das nie problemlos sofort. Man wird immer wieder Momente haben, in denen man in alte Muster verfällt und ganz selbstverständlich handelt, wie man es eben immer getan hat. Ein erster wichtiger Schritt ist jedoch, dass man das bemerkt und damit gegensteuern kann.
Bedingt durch die aktuelle Urlaubszeit war es auch im Job eher ruhig. Diese Zeit habe ich jedoch genutzt, um mich schon einmal auf den Ansturm vorzubereiten, klar in mich hineinzuspüren und festzuhalten, was ich zukünftig nicht mehr will.
Ich habe pünktlich Feierabend gemacht und damit neue Zeit gewonnen. Ich habe das Handy öfter weggelegt bzw. nur zur Hand genommen, wenn es mich in dem Moment erfüllt hat. Ich habe mir gutes Essen gekocht, mich um meinen Körper gekümmert, Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen lassen, mir Mini-Auszeiten geschenkt und Pause gemacht, obwohl ich mich eigentlich “beeilen” musste. Ich habe motivierende Nachrichten versendet, anderen Menschen (komplett ernstgemeinte) Komplimente gemacht und so viel wunderbares Feedback und Liebe zurückbekommen. Ich habe neue Kontakte geknüpft, auf mein Bauchgefühl gehört und plötzlich ganz viel neue Ideen entwickelt. Das alles ist für mich Leichtigkeit.
Wird dieses Gefühl immer so anhalten? Ganz wahrscheinlich nicht. Ich bin jedoch sehr motiviert, mir soviel wie möglich zu erhalten und mir ganz viele Tools zu erarbeiten, um dieses Gefühl immer wieder “einfach” zurückzuholen und neu zu aktivieren.
3 Inspirationen für ein Leben mit weniger Hektik und Stress
Inspiriert von dem wunderbaren Buch “Pause – Wie wir die Herrschaft über unsere Zeit und unser Leben zurückholen” von Ulrich Hoffmann (Mosaik) habe ich hier noch drei Inspirationen für weniger Hektik und Stress. Und diese zahlen direkt auf unser Leichtigkeitskonto ein.
Verbindung schaffen
Echte Verbundheit tut uns unglaublich gut. Damit ist Gesellschaft gemeint, in der wir so sein können, wie wir sind. In vetrauten Runden können wir die Angst vor Ablehnung oder Ausgrenzung ablegen, was uns zudem entspannt. Viele von uns haben am Ende eines langen Tages häufig nicht mehr die Kapazitäten, sich auch noch mit Menschen zu treffen. Das liegt mit daran, dass wir täglich mit so vielen Menschen zu tun haben, die wir uns nicht ausgesucht hätten. Am Ende eines solchen Tages sehnen wir uns daher eher nach Ruhe.
Der Autor schreibt in seinem Buch: “Sind wir hingegen wirklich mal verabredet oder eingeladen, beschäftigt viele von uns bis zum letzten Moment die Frage, ob und wenn ja, mit welcher Begründung wir vielleicht doch lieber absagen sollten. Weil wir aber dennoch ein Bedürfnis nach Verbundenheit haben, arbeiten wir uns an Kollegen und Bekannten ab, die nicht zu bieten haben, was wir brauchen. Und verpassen aus Erschöpfung oder Mutlosigkeit Zeit mit Freunden und Familie.”
Unser Erleben wird intensiver, wenn wir die Zeit mit Menschen verbringen, die wir aus freien Stücken gewählt haben. Und bezogen auf Pause hat ein Treffen gleich mehrere positive Nutzen. Wir verbringen (sollte zumindest im Idealfall so sein) Zeit ohne Handy, möglicherweise Zeit im Freien, zelebrieren Offenheit, machen schöne Dinge und sind Faul. Und das alles in Echtzeit. Besser kann man Leichtigkeit nicht spüren.
Den Job bewusst gestalten
Produktivität und sinnstiftende Tätigkeiten sind ein wichtiger Baustein unserer eigenen Zufriedenheit. Haben wir das Gefühl, dass wir Dinge beeinflussen und “Herr unserer Lage” sind, dann kann uns das vor Burn-out schützen.
Der Mittelweg zwischen zu viel Arbeit und zu wenig Pause und zu viel Pause und zu wenig Arbeit besteht darin, unsere Arbeit selbst bewusst zu gestalten. Das fängt an bei einem Arbeitsplatz, an dem wir uns wohfühlen und geht über weitere Faktoren hinaus. Ziel sollte folgendes sein:
- Ein Job, den wir als sinnvoll erachten.
- Ein Job, der mit unseren Vorstellungen und Werten im Einklang steht
- Ein Job, bei dem man die Arbeit auf eine Art erledigen kann, die mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen.
- Ein Job, bei dem man selbst intrinsisch motiviert ist.
Fühlen wir uns nicht selbstbestimmt, dann stresst uns das. Wann wir uns fremd- oder selbstbestimmt fühlen ist jedoch bei allen Menschen verschieden. Ziel ist es daher das herausfzufinden. Wenn wir etwas tun, was uns innerlich “gegen den Strich geht”, dann fühlen wir uns fremdbestimmt. Davon brauchen wir auf jeden Fall weniger und keinesfalls mehr.
Gibt es beispielsweise Arbeiten im Job, die wirklich nerven, dann ist es sinnvoll sich Gedanken darüber zu machen, ob man daran etwas ändern könnte. Möglicherweise gibt es auch andere Kollegen, die genau diese Aufgaben super gerne erledigen würden.
Hilfreich kann es auch sein Dinge aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Autor schreibt in seinem Buch: “[…]Indem Sie etwas anders machen als bisher. Es ist fast egal, was. Sie können singen, tanzen, lachen, Ja sagen, Nein sagen. Hauptsache anders. Und dann tief durchatmen und abwarten, was passiert.”
Und es ist unfassbar hilfreich seinen eigenen Rhythmus und seine Arbeitsweise zu kennen. Zu welchen Zeiten bist du am produktivsten oder kreativsten? Ist es gleich morgens? Nachmittags? Abends? Es macht wenig Sinn Aufgaben in Zeiten zu legen, die nicht deinem Rhythmus entsprechen. Vielleicht gibt es Stellschrauben, an denen man drehen kann.
Grenzen setzen
Warum es für manchen Menschen schwer ist Grenzen zu setzen habe ich schon in vielen Ausgaben verdeutlicht. Und der Autor trifft es hier ebenfalls sehr gut auf den Punkt: “Wenn Sie regelmäßig über Ihre Grenzen gehen, werden Sie zwar gemocht. Zumindest oberflächlich. Aber aus den falschen Gründen. Jede Grenze, die Sie deutlich machen, jede Pause, die Sie sich zum richtigen Zeitpunkt gönnen, ist zurückeroberte Lebenszeit.”
Erste kleine Veränderungen könnten sein, dass man sich eben nicht schon wieder freiwillig für ungeliebte Projekte meldet, weil es sonst niemand tut. Was passiert, wenn man den Mund hält wie alle anderen und das unangenehme Schweigen erträgt? Oder die Geschirrspülmaschine nicht schon wieder ausräumt, sondern abwartet, was passiert.
Mit jeder solcher Handlungen werden die eigenen Außengrenzen für die Umgebung immer ein wenig deutlicher. Dabei geht es nicht darum andere zu überfordern und sofort alles zu ändern, sondern eben Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Bewusste Pausen von den Dingen, die uns mehr kosten, als sie bringen.
Ideen zum Üben der eigenen Grenzen:
- Eine Woche lang bewusst jeden Tag eine Anfrage absagen. Egal ob groß oder klein. Hier geht es lediglich um Übung und darum zu sehen, dass auch bei Absagen nicht die Welt untergeht.
- Wenn möglich, dann wöchentlich so viele Stunden arbeiten, wie vertraglich mit dem Arbeitgeber vereinbart sind und die Überstunden sein lassen.
- Aktivitäten und Verabredungen im Idealfall direkt im Anschluss zur Arbeitszeit planen. Das erhöht die Chance, dass man pünktlich Feierabend macht.
- Bevor man auf eine Frage antwortet erst einmal Luft holen. Damit hat man das “Ja”, das man häufig automatisch ausruft, direkt umschifft. Nun gut überlegen, ob man die Aufgabe übernehmen kann und will. Falls nein, dann “Das kann ich leider momentan nicht, aber nächstes Mal gerne.” oder aber auch “Ich muss darüber nachdenken und melde mich.”, falls man Bedenkzeit benötigt.
All diese Tools helfen dabei wieder mehr Leichtigkeit ins Leben zu holen und sich nicht dauerhaft fremdbestimmt und gestresst zu fühlen. Leichtigkeit ist nämlich nie spürbar, wenn wir in der Flut der Alltagsaufgaben untergehen. Umso wichtiger ist es daher sich bewusst Auszeiten und Freiräume zu schaffen, um den leeren Tank wieder aufzuladen.
Hilfst du mir mich zu verbessern?
Eine Anmerkung in eigener Sache: Um den Inspirations-Letter weiter zu verbessern, habe ich hier eine kleine Umfrage erstellt. Ich wäre dir sehr dankbar für ein paar Minuten deiner Zeit. Damit hilfst du mir sehr. Vielen Dank.
Viele Momente voller Leichtigkeit
Ich hoffe, dass du aus den verschiedenen Beiträgen zur Themenwoche auch etwas für dich mitnehmen konntest und nun auch (wieder) darauf achtest, mehr Leichtigkeit ins Leben zu holen. Ich wünsche dir die dafür notwendigen Kapazitäten, viel Freiraum und gute Gedanken und alles, was du dafür benötigst. Außerdem freue ich mich immer über Nachrichten auf Instagram oder direkt auf diese Mail und auf deine Gedanken und deine Meinung zum Thema.
Hab einen wunderbaren Sonntag mit viel Sonne und Zeit für ein wenig Muße.
Deine Petra