2. Dezember: Leichtigkeit ist das Ziel, Einfachheit der Weg.

von Petzi

“Das Leben einfach mal genießen”, häufig einfach so dahingesagt und ganz oft gar nicht so einfach. Oder doch? Was löst dieser Satz in dir aus?

Gerade in den stressigen und schwierigen Momenten kommt uns Genuss eher nicht in den Sinn. Dabei macht genau das unser Leben so viel leichter. Wenn wir davon träumen mehr Leichtigkeit in unseren Alltag zu holen, dann sollten wir an eine Sache immer mal wieder denken: Das Leben einfach mal genießen.

Besonders glückliche Momente im Leben zeichnen sich häufig dadurch aus, dass sie sich unbeschwert und leicht anfühlen. Wir denken nicht großartig über das nach, was wir machen, und genießen einfach, was passiert. Es sind Momente, in denen alles zu stimmen scheint. Die Zeit steht still und vielleicht wünschen wir uns sogar, dass dieser Moment nie vorbeigeht. “, schreibt Dr. phil. Jörg Bernardy in seinem Buch “Über die Kraft der Einfachheit” (GU Verlag).

Momente dieser Art erleben wir nicht ständig und das ist sicherlich auch gut so. Wie schwierig wäre es, diese besonderen Momente wirklich bewusst zu schätzen, wenn wir sie jeden Tag mehrmals erleben? Doch gibt es auch Gründe, weshalb wir nicht regelmäßig diese besondere Leichtigkeit spüren.

Ich kann selbst ein Lied davon singen. Im letzten Jahr nahm ich mir “Leichtigkeit” als Leitwort für das Jahr. Mein Ziel war es, viel mehr leichte Momente zu spüren. Das ist mir leider nicht immer gelungen.

Fotocredits: Natalia Trofimova via Unsplash.com

Möglicherweise aber auch deshalb, weil der Vorsatz “Leichtigkeit spüren” alleine eben nicht ausreicht. Wir sind gut darin uns immer wieder selbst zu sabotieren. Egal ob das bewusst oder auch unbewusst geschieht. Der Autor nennt vier verschiedene Ursachen, die unserer eigenen Leichtigkeit im Weg stehen und ich erkenne mich darin durchaus wieder.

Das darfst du loslassen:

  • Die Annahme, es nicht verdient zu haben: Merke dir, dass du dir ein glückliches Leben nicht erarbeiten musst und dein Leben nicht erst genießen darfst, wenn du etwas geleistet hast.
  • Den Glaube, dass es egoistisch ist, wenn du das Leben genießt und dich nicht um das Schwierige und Ernste kümmerst, das eben auch zum Leben gehört.
  • Die Vorstellung, dass es unseriös oder profan ist, wenn du das Leben genießt und dir denkst, dass man damit wohl den Sinn des Lebens verfehlt und anscheinend nichts besseres zu tun hat.
  • Die Angst, dass du danach keine Motivation mehr hast, etwas zu erreichen und dein Ehrgeiz, deine Ziele und deine Wünsche verschwinden, wenn du jetzt dein Leben genießt.

“Glück bedeutet, Leichtigkeit und Fülle zuzulassen: Wir dürfen unser Leben genießen, unabhängig davon, wer wir sind und was wir geleistet haben. Unser innerer Wert und unsere Lebensfreude sind frei.”

Wie genießt man den Moment?

Nur wer sich selbst erlaubt, sein Leben zu genießen, kann es auch schätzen, wenn andere ihr Leben genießen. Und nur wenn wir uns selbst gegenüber großzügig sein können, dann fällt es uns leichter, anderen gegenüber großzügig zu sein.

Ich finde, in diesen Sätzen steckt so viel Wahrheit. Leider kenne ich es auch von mir, dass ich manchmal Dinge an anderen bemängle, die ich in Wahrheit gerne mir selbst zugestehen würde, es aber nicht tue. Hier lohnt es sich hinzuschauen, da sich sehr viel Wachstumspotenzial dahinter versteckt.

Gibt es etwas, dass du dir verwehrst, obwohl du eigentlich großzügiger zu dir selbst sein solltest?

Der Autor schreibt in seinem Buch: “Genussfreude ist wie Dankbarkeit eine Frage des Empfindens. Allerdings spielt das Körpergefühl beim Genießen eine noch stärkere Rolle, als wenn wir Dankbarkeit empfinden. Denn einfaches Genießen beginnt im Körper. Damit, dass wir unsere Lebenskraft spüren und unsere Lebendigkeit genießen können. Letztlich geht es darum, uns selbst genießen zu können, indem wir uns selbst erst einmal genügen.”

Heutiger Impuls: Wie wäre es, wenn du deinen Tag mit einem einfachen Gedanken beginnst? Wie wäre es, wenn du heute bewusst für den leichten Weg entscheidest? Wenn du dir erlaubst Leichtigkeit und Genuss zu spüren und dafür nichts tun oder leisten musst? Alles darf sich angenehm und leicht anfühlen. Du darfst besonders sanft, freundlich und großzügig mit dir umgehen, du musst nicht kämpfen und dich nicht beweisen. Du bist gut so wie du bist. Und du darfst dir selbst erlauben, dein Leben zu genießen.

Genussfähigkeit und Großzügigkeit gehören zusammen. Genießen bedeutet immer auch Nachsicht gegenüber den eigenen Fehlern und den Fehlern anderer. Sind wir zu streng, kann unweigerlich keine Leichtigkeit einziehen. Leichtigkeit und Schwere können nie gleichzeitig funktionieren.

Wer die Dinge – egal ob positiv oder negativ – nicht zu ernst nimmt, wer sich nicht unnötig an Widerständen aufreibt, der kann genießen und eine innere Distanz bewahren. Eine dem Angenehmen zugewandte Distanz. Das bedeutet aber keinesfalls alles Dunkle, Schwere und Komplizierte auszublenden. So wie Axel Hacke es bereits mit folgendem Zitat beschreibt:

“Ein heiterer Mensch zu sein, bedeutet nicht, das Schwere zu ignorieren, sondern es in etwas Leichtes zu verwandeln.”

Die Philosophie beschreibt das Glück nicht so sehr als Gefühl, sondern als eine Tätigkeit. Und manchmal müssen wir aktiv nach dem Glück greifen und eine Gelegenheit wahrnehmen, um Glück zu haben. Sind wir bereit es wahrzunehmen und zu sehen, dann wartet es im Grunde überall auf uns. Das Glücklichsein entwickelt sich dann immer mehr zu einer dauerhaften und alltäglichen Zufriedenheit. Und diese wunderbare Sichtweise nährt uns eben auch dann, wenn wir doch mal eine schlechte Phase durchleben und es nicht so viele äußere Möglichkeiten zum Genießen gibt.

Leichtigkeit ist das Ziel, Einfachheit der Weg.

Ich wünsche dir einen wunderbaren Start in diese neue Woche und hoffe sehr, dass du ein paar gute Gedanken für dich mitnehmen kannst. Dieses Thema habe ich bewusst für diesen Tag gewählt. Vielleicht auch als kleinen Reminder für mich selbst.

Gerade in der Vorweihnachtszeit fühlt sich für viele von uns nicht alles leicht und wunderbar an. Man hat oft das Gefühl im Hamsterrad zwischen To-Dos und Aufgaben zu jonglieren, in manchen Berufen geht es jetzt besonders heiß her und jedes Jahr wieder nimmt man sich vor, die Vorweihnachtszeit zu genießen und struggelt letztlich dennoch mit den Aufgaben und eigenen Ansprüchen.

Wenn du das kennst und es dir auch so geht, dann ist jetzt der beste Moment um kurz innezuhalten, Abstand von dieser Situation zu nehmen und die Leichtigkeit einzuladen. Das wünsche ich dir sehr.

Alles Liebe,

Petra

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