Fragen dieser Art findet man häufiger, wenn es um Reflexion geht. Denn die bewusste Auseinandersetzung damit, dass heute vielleicht schon der letzte Tag deines Lebens sein könnte ist schockierend. Aus dieser Perspektive sind sämtliche kleinen Nichtigkeiten unbedeutend und jedes Ärgernis umsonst. Glücklicherweise wissen wir nicht, wann der letzte Tag für uns gekommen ist. Dennoch lohnt es sich manchmal innezuhalten und sich zu fragen, ob es sich lohnt über bestimmte Dinge zu ärgern. Es gibt ja diese berühmte Fragestellung, dass man überprüfen sollte, ob dieser Punkt in fünf Tagen, fünf Wochen, fünf Monaten noch immer relevant wäre. Kann man das verneinen, dann kann man sich den Ärger sparen.
Wozu diese Frage jedoch gut ist: Man kann so immer mal wieder nachhorchen, ob man wirklich noch auf dem richtigen Weg unterwegs ist. Würdest du die Dinge so tun, wie du sie aktuell tust? Oder würdest du sofort etwas ändern? Wenn letzteres der Fall ist, dann kann man durchaus darüber nachdenken, ob man diese Änderung auch nicht jetzt schon vornimmt.
Lars Amend schreibt in seinem Buch “Why Not? – Inspirationen für ein Leben ohne Wenn und Aber” (GU Verlag) u.a. auch über den letzten Tag. Er sagt auch, dass viele Menschen durchaus Änderungen in ihrem Leben haben wollen würden. Viele von ihnen werden aber Dinge sagen wie “Aber wie sollte eine Veränderung bei all den Verpflichtungen und schwierigen Lebensumständen derzeit aussehen?”
Und ich kann diese Fragestellung verstehen. Ich bin ebenfalls ein Mensch, der die Sicherheit liebt und sich nicht kopflos in neue Abendteuer wagen würde. Und grundsätzlich gibt es auf diese Frage sowieso keine pauschale Antwort, da wir alle unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Lebenskonstellationen sind.
Sich diese Frage zu stellen und darüber nachzudenken kann dennoch einiges bewegen. Denn stellst du dir diese Frage, dann schaffst du Raum für eine Veränderung. Egal wie groß oder klein diese auch sein mag.
Vier Schritte, die dir dabei helfen können
“Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist.” – Christian Morgenstern
Frage 1: Würdest du den Beruf, den du aktuell ausübst so nochmal ergreifen?
Stell dir vor, du bekommst die Möglichkeit den Reset-Knopf zu drücken und dich nochmal komplett neu zu entscheiden. Wie würde deine Entscheidung aussehen? Würdest du dabei bleiben oder eine alles auf Anfang setzen? Gibt es aber vielleicht sogar Bereiche in deinem jetzigen Job, die auch in deiner Wunschvorstellung eine Rolle spielen?
Darüber nachzudenken bedeutet noch lange nicht alle Brücken einzureißen und neu durchzustarten. Es kann sich jedoch lohnen, die Gedanken einfach mal zu notieren. Was kommt dir in den Sinn?
Gibt es Möglichkeiten neue Aufgabengebiete in deinem jetzigen Job zu übernehmen, die deine Stärken und Wünsche besser abdecken? Gibt es die Möglichkeit nebenbei etwas neues zu starten und damit nicht sofort alles zu verändern?
Frage 2: Welche Angst blockiert dich?
Laut Lars Amend gibt es zwei Fragen, die uns im Leben immer wieder begegnen und über die es wirklich lohnt nachzudenken.
- Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst?
- Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass niemand (Partner, Familie, Freunde usw.) über deine Entscheidungen urteilen würde?
Die Antworten auf diese Fragen präsentieren dir deine wahren Wünsche. Wünsche, die du verdrängst. Möglicherweise, weil du Angst hast zu versagen oder dir Gedanken darüber machst, was die anderen von dir denken.
Schreibe eine Liste mit all den Dingen, die dir spontan in den Kopf kommen. Egal wie umsetzbar es letzten Endes wirklich ist. Niemand urteilt über dich, alles ist möglich.
Wenn du dir jetzt aber eine Sache davon herausnimmst und einfach mal dem Gedankenspiel folgst, was passieren würde, wenn sich dieser Wunsch genauso erfüllt, wie geht es dir dann damit? Würdest du am liebsten sofort damit loslegen und deine Zeit und Energie darin investieren?
Falls die Antwort “Ja” lautet und du es dennoch nicht tust, dann hält dich wahrscheinlich die Angst zu scheitern zurück.
Angst ist kein guter Ratgeber.
Was wir gerne immer wieder vergessen: Irgendwann wird dieser eine letzte Tag kommen. Und wenn wir dann auf unser Leben zurückschauen, wie wollen wir uns fühlen? Wollen wir die Person sein, die immer nur von vielen Dingen träumte? Oder die Person, die die Wünsche aktiv verfolgt hat?
Fotocredits: Annie Spratt via Unsplash.com
Frage 3: Wie sieht dein Wunschleben aus?
Ich finde diese Frage selbst immer gar nicht so leicht zu beantworten. Es ist wunderbar einfach das Leben aufs Papier zu zeichnen, aber unglaublich schwer es genauso auch zu leben. Dennoch sollte einem bewusst sein, dass wir über viele Dinge denken, wie wir es tun, weil uralte Glaubenssätze uns einreden, dass es eben genauso ist.
Heutiger Impuls: Wenn es keine Regeln gibt und du dir dein Wunschleben aufmalen könntest, wie würde es aussehen? Und wie sieht dein Leben tatsächlich aus? Gibt es Übereinstimmungen? Oder könnte es unterschiedlicher nicht sein? |
In der Regel gibt es zwischen Traumwelt und Realität eine Lücke. Bei manchen Menschen ist sie relativ klein, bei anderen wiederum riesig. Die Frage ist: Was bist du bereit zu tun, um die Lücke zu schließen?
Du solltest jedoch exakt wissen, was du willst. Nur wenn du wirklich weißt, was das ist, kannst du die ersten Schritte gehen.
Ich schreibe dafür eine Liste in mein Notizbuch. Immer, wenn mir neue Ideen kommen, dann vervollständige ich diese und notiere meine Gedanken. So realistisch oder absurd sie auch sein sollten.
Frage 4: Welche Zwischenstationen gibt es?
Das Leben ist eine Reise. Wie bei jeder Wanderung, bei jeder großen Reise kann man nicht vom Start ins Ziel springen. Das ist unrealistisch. Es macht viel eher Sinn sich kleine Zwischenstationen einzuplanen und von diesem Punkt aus neu zu überlegen, wie die Route weitergehen soll.
Gibt es Schritte, die du gehen kannst und die dich kurz- oder mittelfristig deinen Zielen ein kleines bisschen näher bringen?
Wenn es zum Beispiel so ist, dass du dafür eine Weiterbildung benötigst, dann kannst du dir überlegen, ob das nebenbei möglich ist. Kannst du dich in deiner Freizeit weiterbilden? Kannst du auf eine Abendschule gehen? Gibt es Online-Kurse dafür?
Kannst du nebenbei in diesen Bereich reinschnuppern? Kannst du vielleicht ein Praktikum absolvieren und schauen, ob deine Vorstellung mit der Realität übereinstimmen?
Kannst du dir diese Dinge auf andere Weise ins Leben holen?
Ich wollte beispielsweise u.a. gerne Journalistin werden. Das bin ich nicht geworden, meine Liebe zum Schreiben habe ich mir aber verwirklicht, als ich 2012 meinen Blog online gestellt habe und jetzt u.a. auch diese Beiträge verfasse. Es erfüllt mit mit großer Freude, dass andere Menschen – in diesem Fall du – lesen, was ich hier schreibe.
Vielleicht findest du auch so eine Möglichkeit für dich?
Welche Wünsche hast du?
Vielleicht findest du heute Zeit, um deine Wünsche und Gedanken zu diesem Türchen zu notieren. Ich wünsche dir gute Erkenntnisse und glaube fest daran, dass du dir noch ein paar deiner Wünsche realisieren kannst.
Hab einen wunderbaren Start in die neue Woche, viel Energie, Gelassenheit und all die anderen Dinge, die du brauchst.
Alles Liebe,
Petra