Kennst du die sechs Hauptzutaten des Glücks?

von Petzi

Wenn man andere nach ihren Wünschen frägt, dann kommt neben Gesundheit auch häufig ein anderer: Glücklich sein. Zahlreiche Bücher gibt es zu diesem Thema, Wissenschaftler:innen beschäftigen sich damit und auch ich habe schon darüber geschrieben. Und dennoch ist es noch niemandem gelungen eine einfache Formel zu finden, die genau das verspricht.

Es wundert mich nicht, da Glücksempfinden einfach unfassbar individuell ist. Dinge, die mich glücklich machen, sind für andere Menschen kein großer Grund zur Freude. Und genau das ist auch ein Problem. Auf der Suche nach unserem Glück orientieren wir uns häufig zur sehr an anderen Menschen. Und dabei verlieren wir aus den Augen, was Glück für uns selbst eigentlich bedeutet.

Vor einiger Zeit habe ich ein Buch gelesen, das sich genau mit diesem Thema auseinandersetzt. Geschrieben von Cordula Nussbaum, die bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat und als Coach, Trainerin und Speakerin unterwegs ist. In “Meine Glüxx-Factory – So mache ich mich einfach glücklich!” (Campus Verlag) schreibt sie, was die sechs Hauptzutaten des Glücks sind und weshalb es so wichtig ist, sich damit ausführlich zu befassen.

Denn nur wenn man sich darüber Gedanken macht, kann man sich auf die Suche nach der eigenen, individuellen Glücksformel machen. Frei von den Menschen um einen herum.

Seit Jahrtausenden zerbrechen sich Philosophen, Gelehrte und Forscher den Kopf darüber, was Glück denn eigentlich ist und wie man es finden kann. Jeder hat aus seiner Perspektive die einzige Wahrheit gefunden. Aber hier ist es wie beim Glauben. Es gibt kein richtig und kein falsch, sondern ganz viele Überzeugungen.

So sagten beispielsweise Sokrates und Aristoteles: “Eine tugendhafte Lebensweise führe zum Glück”, während Epikur meinte “Glück ist das das Erleben von Lust und die Abwesenheit von Schmerz.” Der deutsche Philosoph Ludwig Feuerbach schrieb dagegen “Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen. Bist du glücklich, so machst du auch andere glücklich.”

Fest steht, dass Glück ein Gefühl ist und damit nicht diskutierbar. Was bei dir selbst dieses wunderbare Gefühl auslöst, das kannst nur du selbst bestimmen.

Ist über Glück nachdenken Luxus?

Diese spannende Frage wirft die Autorin in ihrem Buch in den Raum. Unbestritten befinden wir uns in einer sehr privilegierten Situation, wenn wir Zeit haben über die Glücksfrage nachzudenken. Laut Nussbaum schaffen wir das nur, weil es uns im Kern bereits gut geht.

Erst wenn wir unsere Grundbedürfnisse befriedigt haben, haben wir überhaupt freie Kapazitäten, um über Erfüllung und Glück zu sinnieren. Diese Perspektive empfinde ich ehrlicherweise als sehr schönen Gedanken. Und wenn du der Meinung bist, dass du aber aus bestimmten Gründen eigentlich doch unglaublich unglücklich bist, dann bekommst du nun hoffentlich ein paar gute Impulse, die du umsetzen kannst.

Glück ist ein neurobiologischer Prozess

Unser Gehirn ist massiv am Glücksempfinden beteiligt. Zahlreiche Neurobiologen forschen und bewerten seit vielen Jahren, was in unserem Kopf vor sich geht, wenn wir glücklich sind. Wir wissen mittlerweile sicher, dass unser Belohnungssystem im Zentrum unserer Glücksgefühle steht und dafür sorgt, dass wir uns mit Dingen beschäftigen, die uns zufrieden machen. Verschiedene Areale in unserem limbischen System sind miteinander vernetzt und kommunizieren ganz besonders über den Botenstoff Dopamin.

Das limbische System wird häufig auch als “emotionales Gehirn” bezeichnet und ist sozusagen der Sitz des Unbewussten. Erleben wir ein absolutes Hochgefühl, dann wird insbesondere das ventrale Striatum (besonders der Nucleus accumbens) aktiv und kommuniziert mit Teilen des präfrontalen Kortex und der Amygdala.

Es konnte nachgewiesen werden, dass wir uns scheinbar dauerhaft glücklich fühlen, wenn das ventrale Striatum und der präfrontale Kortex besonders ausdauernd aktiv sind. Also auch, wenn der eigentliche Auslöser weg ist. Scheinbar konnte ebenfalls nachgewiesen werden, dass bei Menschen mit Depression diese anhaltende Aktivität nicht vorhanden ist.

“Was uns immer, überall und selbst bestimmt zur Verfügung steht, ist das Glück, das wir selbst gestalten und wo die neurobiologischen Glücksantworten lediglich die logische Folge sind.”

Eine Podcastfolge von der Autorin des Buches, in der sie über die Kunst das Glück zu finden spricht:

Doch was sind denn jetzt die sechs “magischen” Geheimzutaten, die uns scheinbar dabei helfen können noch glücklicher zu sein? Sie lauten:

  • Handeln
  • Leidenschaft
  • Klarheit
  • Selbstwert
  • Beziehungen
  • Gesundheit

Im folgenden gehe ich nun näher auf die unterschiedlichen Punkte ein und erkläre, was damit gemeint ist.

Handeln

Jetzt wird es vielleicht ein bisschen unbequem. An dieser Stelle fühle ich mich vielleicht auch ertappt. Immer mal wieder sehe ich Menschen oder folge Accounts auf Instagram und beäuge auch ein bisschen neidisch (im positiven Sinne) das Leben oder die Erfolge. Ich stelle mir vor, wie es sich anfühlen würde ebenfalls in dieser Situation zu sein. Aber wenn ich ehrlich bin, dann will ich oft nichts dafür tun.

Das ist wohl eine denkbar schlechte Ausgangslage, da jeder Erfolg und jedes Ziel mit einer Handlung beginnt. Laufe ich nicht los, werde ich niemals ankommen. Denkbar einfach und dennoch oft so schwer.

Aus diesem Grund bin ich persönlich der Meinung, dass man sich ganz klar Gedanken darüber machen sollte, was man eigentlich wirklich will. Meine Fragen aus der letzten Ausgabe helfen hier bestimmt weiter.

Denn loslaufen – und letztlich auch dranbleiben – wird man nur, wenn man die entsprechende Motivation und Disziplin hat und sein Warum dahinter kennt.

Ein Fakt ist auf jeden Fall: Positives Denken und eine positive Grundhaltung sind eine prima Grundlage, um glücklich und erfolgreich zu sein.

Es ist super hilfreich Ziele zu visualisieren. Nicht umsonst mache ich einmal am Endes des Jahres mein persönliches Vision Board. Ebenso sind auch Affirmationen eine Stütze und können uns mental weiterhelfen. Aber trotz dieser Tools wird sich am Ende des Tages nichts ändern, wenn wir uns nicht aufraffen und etwas verändern.

Glücksgefühle können wir manchmal schon erzeugen, in dem wir irgendetwas tun. Der Grund dahinter ist ganz simpel. Wenn wir aus eigenem Antrieb etwas tun, erleben wir Selbstwirksamkeit. Wir bemerken, dass wir mit unserem Tun eine Wirkung in unserer Umwelt entfalten, autonom und selbstkontrolliert handeln können. Und das wiederum befriedigt eines unserer größten Grundbedürfnisse. Selbstwirksamkeit ist einer der wichtigsten Faktoren, die uns motivieren und glücklich machen im Sinne von “Ich selbst bin verantwortlich, ich selbst habe Einfluss auf das Ergebnis meines Tuns. Ich habe es geschafft.”

Doch es gibt auch eine Kehrseite

Viel häufiger erleben wir das Gefühl von Fremdbestimmung. Wir haben alle einen unterschiedlich hohen Drang nach Selbstbestimmung, was gut ist. Würden wir alle nach Freiheit streben, würde letztlich kein Unternehmen mehr funktionieren. In unserer Gesellschaft braucht es Leaderinnen und Followerinnen und solange die Followerinnen in irgendeiner Art Dinge tun können, die eine gewisse Zufriedenheit schenken und ein Maß an Autonomie und Kontrolle lassen, ist alles im grünen Bereich.

Problematisch wird es dann, wenn wir in einem Ohnmachtsgefühl gefangen sind, nur noch funktionieren müssen und keinen Einfluss mehr haben. Fremdbestimmtsein ist heute einer der größten Stressfaktoren, die wir in unserem Alltag erleben. Fremdbestimmt sind wir in einem gewissen Maße immer irgendwie, aber wir brauchen auch das Gefühl noch genug Freiheit und Kontrolle über unser Handeln zu haben, damit es uns langfristig gut geht.

Ohne Handeln keine Zufriedenheit

Andere Menschen können uns langfristig nicht glücklich machen. Das können wir nur selbst, in dem wir wissen was uns gut tut und entsprechend handeln.

“Besser auf neuen Wegen etwas stolpern, als in alten Pfaden auf der Stelle treten.” – Chinesische Weisheit

Wie also anfangen statt aufschieben?

Impuls #1 – zwei Minuten

Das schwierigste am Anfangen ist das Anfangen. Such dir heute eine Aufgabe von deiner langen Liste an Dingen und nimm dir vor, diese Aufgabe zwei Minuten lang zu erledigen. Stell dir einen Wecker und wenn die zwei Minuten vorbei sind, dann hör auf damit. Und mach am nächsten Tag das Gleiche wieder.

Wahrscheinlich kommt es dir sinnlos vor wegen zwei Minuten überhaupt zu beginnen. Aber es ist sogar sehr sinnvoll. Denn nach zwei Minuten kannst du dich dafür loben, dass du eine lange liegengebliebene Aufgabe endlich begonnen hast. Und loben macht glücklich.

Und wenn du wirklich dranbleibst, dann wirst du in den nächsten Wochen deine ungeliebten Aufgaben erledigt haben. Langsam, dafür aber effektiv. Und solltest du übrigens nach den zwei Minuten feststellen, dass du jetzt wirklich so richtig drin und im Flow bist, dann erlaube dir, die Aufgabe abzuschließen. Aber sei dir bewusst, dass das nicht automatisch auch für die anderen Aufgaben gilt.

Impuls #2 – keine 100%

Wir sind häufig in der Falle gefangen den perfekten Job, den perfekten Partner, das perfekte Haus zu suchen und merken nicht, dass uns das direkt in eine “Wenn-dann-Falle” katapultiert. “Wenn ich erst den perfekten Job habe, dann bin ich wirklich glücklich.” Denkst du, dass diese Rechnung wirklich aufgeht?

Mit Pech bleiben wir Jahre im Warteraum unseres Lebens gefangen. Ziel sollte nicht sein für alles perfekte Lösungen zu finden. Einfacher ist es ins Tun zu kommen indem wir uns folgende Frage beantworten: “Was kann ich tun, um zumindest ein Stückchen in die gewünschte Richtung zu gehen? Was kann ich tun, um zumindest ein bisschen von der mich happy machenden Tätigkeit zu erleben?”

Vielleicht hast du manchmal auch bestimmte Wünsche und fängst dennoch nicht an, weil die Zeit knapp ist? Dann mach es in Etappen. Zehn Minuten bringen mehr als nichts. Endlich wieder mehr Bücher lesen, aber du hast Kinder und gar keine Zeit? Endlich wieder zum Sportkurs gehen, aber die Termine passen nicht so richtig? Endlich wieder Sport machen, aber wann?

15 Minuten am Tag. Wir machen jetzt aber häufig den Fehler zu denken, dass es sich wegen der 15 Minuten nicht lohnt und lassen es ganz. Den Fehler habe ich selbst schon oft genug gemacht.

Doch ganz ehrlich? Wie viele tolle Erlebnisse und Momente verpasst du, weil du dir denkst, dass es sich gar nicht lohnt loszulegen, weil wenig Zeit bleibt? Liest du täglich 15 Minuten, dann brauchst du vielleicht länger für das Buch, wirst über ein Jahr aber doch einige Bücher schaffen und in andere Welten und Geschichten abtauchen. Machst du nur 15 Minuten Sport, wirst du mehr für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden tun, als wenn du auf dem Sofa sitzen bleibst.

Und wenn wir ganz ehrlich zu uns sind: Wir haben oft mehr Zeit, als wir denken. Wie lange warst du gestern in Instagram?

Scheitern einplanen

Es lohnt sich mit Kleinigkeiten den eigenen Alltag zu verändern. Und trotzdem können wir uns darauf einstellen auch mal zu “scheitern”. Und das ist wichtig einzuplanen, damit wir den Kopf nicht in den Sand stecken und alle Pläne über den Haufen werfen oder eben doch gar nicht erst beginnen.

Verabschiede dich von Perfektion und leg deine Messlatte auf ein menschliches Maß.. Es ist absolut notwendig uns ein Recht auf Fehler zuzugestehen, damit wir überhaupt erst ins Handeln kommen.

Leidenschaft

“Leidenschaft ist eine Emotion, die Energien freisetzt, von denen man gar nicht wusste, dass man über sie verfügt.” – Philipp Lahm

Hast du dir denn schon einmal die Frage gestellt, weshalb du all die Dinge tust, die du eben tust? Beantworte dir spontan folgende Fragen:

  • Warum gehst du jeden Tag zur Arbeit?
  • Warum wohnst du da, wo du wohnst?
  • Warum verdienst du den Betrag, den du momentan verdienst?

Deine Antworten zeigen, was dich im Inneren antreibt. Wenn deine Antworten beispielsweise wie folgt lauten: “Von irgendwas muss ich ja leben”, “Das ist zufällig frei geworden” und “Mehr gibt es nicht, sagt mein Chef!” dann sagt das etwas aus. Ganz ohne Wertung zeigt es, dass du dich mit dem Status quo abgefunden hast. Das kann nun von dir sowohl positiv, als auch negativ empfunden werden. Wenn du damit glücklich bist, dann gibt es keinerlei Grund etwas daran zu verändern.

Die Frage nach dem Warum ist die alles entscheidende Frage in unserem Leben, der Karriereplanung und dem Bestreben danach glücklich zu leben. Es verrät viel über die inneren Beweggründe, warum wir etwas tun oder eben nicht tun.

Es ist dabei aber unbedingt wichtig, dass du dir bewusst machst, dass du nicht bei jeder Aufgabe absolut begeistert sein musst. Es wird immer “So lala”-Tage geben und Aufgaben, die uns nicht umhauen. Wir müssen nicht jede Minute unseres Lebens mit Hingabe verbringen. Hier geht es rein um die grundsätzliche Ausrichtung deiner Aufgaben und Tätigkeiten.

Die Reflexion darüber, welcher Antrieb uns in unsere derzeitige Situation gebracht hat und welcher Antrieb uns in die Zukunft führen soll, die ist unglaublich wertvoll. Mach dir bewusst, dass man einen Antrieb zur Veränderung in der Regel nur verspürt, wenn…

  • es etwas gibt, das uns mehr reizt als die bestehende Situation.
  • es etwas gibt, was wir so nicht mehr wollen.

Hin-zu-Ziel

Ein Hin-zu-Ziel ist ein Ziel, dass ich als klares Bild vor Augen habe und klar benennen kann. Zudem bin ich wirklich sicher, dass ich es will. Es ist so attraktiv, dass ich bereit bin Zeit, Energie und ggf. Geld zu investieren, um dem Ziel näher zu kommen.

Die Grundlage für ein Hin-zu-Ziel ist es, dass wir unsere eigenen Werte, Motive, Präferenzen und Interessen kennen. Denn nur dann können wir daraus überhaupt Ziele ableiten. Typische Ziele dieser Art sind z.B. ein Haus, ein eigenes Unternehmen, eine sinnvolle Aufgabe, eine erfüllende Partnerschaft.

Möglicherweise fühlst du dich jetzt aber auch gefrustet, weil du eben genau das nicht hast? Kein konkretes Ziel, kein klares Bild? Ich kenne das sehr gut. Deshalb war der Absatz aus dem Buch von Cordula Nussbaum ein echter Game Changer.

Ich weiß schon lange, dass ich manche Sachen gerne machen würde, kann es aber auch nicht so konkret benennen. Die Autorin schreibt: “Sie mühen sich schon lange ab, etwas Greifbares […] als Ziel zu definieren, aber finden nichts? Dann kann es sein, dass Sie zu den kreativen Chaoten gehören. Kreative Chaoten, Querdenker, Out-of-the-Box-Denker – auch bekannt als Scanner-Persönlichkeiten – tun sich mit den klassischen Erfolgstipps unglaublich schwer, weil diese ihre Leidenschaft für Abwechslung, für neue Impulse, für spannende Herausforderungen völlig ignorieren. Sie arbeiten sich ab an den Erfolgstipps der ganz großen Erfolgs-Gurus. […] Kreative Chaoten brauchen keine spezifischen, messbaren Ziele, sondern einen attraktiv funkelnden Korridor, der ihnen die Freiheit gibt, spontan und flexibel auf die Chancen und Möglichkeiten des Lebens anzuspringen. Sie brauchen eine grobe Richtung – alles andere würde sie einengen und unglücklich machen. Allein mit einer groben Richtung fühlen sie einen Riesenantrieb, eine große Leidenschaft, um ins Tun zu kommen und im Tun zu bleiben.”

Weg-von-Ziel

Das sind Situationen oder Gefühle, die wir nicht mehr haben möchten oder vermeiden wollen. Leider bringen sie uns aber nicht wirklich ins Tun, weil wir oft nicht wissen, welche Schritte notwendig sind und es uns zum anderen in unserer Komfortzone auch sehr gemütlich gemacht haben.

Erst wenn diese Ziele massiv genug sind, dann kommen wir ins Handeln. Wenn der Arzt uns beispielsweise einen Burn-out diagnostiziert. Eine Veränderung bedeutet immer auch Energieaufwand, den wir in solchen Situationen oft nicht aufbringen können oder wollen. Wir akzeptieren häufig lieber den Ist-Zustand, bevor wir aktiv eine Änderung in Gang setzen, die an unseren Kräften zehrt.

Wir können aber ein Weg-von-Ziel zu einem Hin-zu-Ziel drehen. Gibt es eine Situation, die dich belastet oder stresst? Und zwar so, dass du daran etwas ändern möchtest? Wenn ja, dann frag dich, was du stattdessen gerne tun, haben oder fühlen würdest und drehe das Ziel damit um.

Bleib-da-Ziel

Wenn du deine aktuelle Situation momentan ganz gut findest, deinen Beruf liebst, glücklich bist, dann kann das auch der Antrieb dazu sein, einfach da zu bleiben, wo man gerade ist. Es gilt das Erreichte zu würdigen, zu genießen und sich zurückzulehnen.

Trotzdem sollten wir uns bewusst machen, dass nicht alles so bleiben muss. Ohne Schwarzmalerei. Aber Vergänglichkeit ist Teil des Spiels und ein Traumjob, Traumhaus, Traumpartner muss das nicht zwangsläufig für immer bleiben. Deshalb lohnt es sich zwischendurch sich selbst folgendes zu fragen. Was kann ich heute tun,

  • damit mir mein Beruf auch weiter Spaß macht?
  • damit meine Partnerschaft weiterhin harmonisch und spannend bleibt?
  • damit ich weiterhin ausreichend Geld für meine Aktivitäten habe?

Klarheit

Wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden spezifische und messbare Ziele haben zu müssen. Stattdessen sollten wir eher darüber nachdenken, was wir machen, erleben, lernen und erreichen wollen und dann einen “Korridor” festlegen, in dem wir glücklich unterwegs sein können.

Die PIDEWaWa-Methode

Wenn wir uns darüber klarwerden wollen, was wir wirklich wollen, dann kann die PIDEWaWa-Methode dabei helfen. Das Akronym steht für

  • P – Positiv
  • I – Ist-Zustand
  • D – detailliert
  • E – erreichbar
  • Wa – Wann
  • Wa – Warum

Positiv: Formuliere positiv und verwende kein “nein”. Uns fällt meist direkt ein, was wir nicht mehr wollen. Das sind aber alles Weg-von-Ziele, die uns nicht ins Tun bringen. Lieber überlegen “Was stattdessen?” und das als Ziel notieren.

Ist-Zustand: So formulieren, als würde man es jetzt bereits tun. “Ich würde…”, “Ich könnte…” oder “Ich versuche…” sind nicht motivierend und eine offene Einladung für Ausreden. Auch Einschränkungen wie “manchmal” oder “vielleicht” sollte man vermeiden.

Detailliert: Formuliere so konkret und detailliert, wie du es persönlich gut findest. Manche mögen es sehr genau, kreative Chaoten haben lieber einen groben Korridor. Manchmal ist es sogar hilfreich eher vage zu formulieren. Und wenn du das Gefühl hast, dass dich große Ziele eher blockieren, dann mache die Ideen und Visionen kleiner.

Erreichbar: Mach dir klar, dass alles, was du dir wünscht erreichbar ist oder erreichbar werden kann.

Wann: Lege fest, bis wann du das gerne machen möchtest, was du notiert hast. Ein Zeitraum hilft dabei, schneller ins Tun zu kommen, die Dringlichkeit zu erhöhen und zu zeigen, dass es mit dem Vorhaben wirklich ernst ist. Manchmal müssen wir aber vielleicht auch erkennen, dass wir etwas derzeit noch gar nicht in der Hand haben, weil wir immer auch von äußeren Faktoren abhängig sind.

Warum: Wenn wir uns klarmachen, warum wir bestimmte Dinge erreichen möchten, dann verspüren wir wesentlich mehr Kraft und Entschlossenheit.

Die Autorin schreibt: “Die Frage nach dem Warum zeigt dann, ob derjenige bereit ist, unter Umständen auch einen hohen Einsatz für das Erreichen des Ziels zu liefern. Sind Sie bereit, einen “Preis” zu zahlen, um das zu bekommen, was Sie bekommen wollen? Einen Preis in Form von Zeiteinsatz, Geld oder auch Konflikten? Sie sagen Nein. Dann verabschieden Sie sich auch von dieser Idee, sie ist Ihnen nicht wichtig genug.”

Trenne dich von

  • Alibi-Zielen – Ziele, die man sich vornimmt, weil man Ziele braucht
  • fremden Zielen – Erwartungen von Familie, Kollegen, Freunden
  • 50:50 Zielen – “Es wäre super, wenn ich xy könnte, aber wenn nicht, dann ist es auch nicht so schlimm”
  • Zielen, mit denen ich anderen etwas beweisen will – Wichtig ist nur: Was will ich? Was tut mir gut?
  • veralteten Zielen – Wir verändern uns und damit auch unsere Wünsche und Ziele. Halte nicht an veralteten Wünschen fest, die mittlerweile nicht mehr zu dir passen.

“Glück = das richtige Verhältnis von Können und Müssen.”

Fotocredits: Dustin Humes via Unsplash.com

Selbstwert

Wann hast du dir das letzte Mal gesagt, dass du dich magst? Machst du das überhaupt? Vielleicht hast du sogar den Gedanken, dass du dich gar nicht so magst, wie du bist? Dir fallen ganz viele Makel und Schwächen auf, die du eigentlich erst ablegen musst, damit du dich vollkommen akzeptieren kannst. Kommt dir das bekannt vor?

Solange wir uns selbst aber nicht mögen, hadern wir mit unseren Schwächen, kritisieren uns ständig und stellen uns infrage. Das wiederum steht jedoch dem Glück im Weg.

Rein theoretisch können wir alles auf eine Liste schreiben, was uns stört. Wir können rein theoretisch alles hinter uns lassen und unser Leben einmal komplett ändern. Uns selbst nehmen wir jedoch immer mit. Mit allen Sorgen, Ängsten, Zweifeln. Und deshalb scheitern viele Menschen auf der Suche nach dem Glück und Erfolg nicht an fehlendem Talent oder Wissen, sondern schlicht aufgrund mangelndem Selbstwertgefühl.

Kommt dir das bekannt vor? Hast du dich schon mal nicht getraut, für dich und deine Wünsche einzustehen? Stellst du deine eigenen Leistungen häufiger infrage? Blockst du Komplimente und positives Feedback gerne ab und lässt den inneren Kritiker zu Höchstform auflaufen? Machst du den Zufall oder andere für deinen Erfolg verantwortlich und übersiehst das, was du selbst dazu beigetragen hast?

Selbstzweifel sind nicht per se schlecht. Eine gesunde Portion Selbstkritik und Selbstironie ist wichtig und sorgt dafür, dass wir uns weiterentwickeln und weiterlernen. Menschen, die sich selbst hinterfragen, sind wunderbare Menschen, die häufig tiefsinnig und authentisch sind.

Das eigene Selbst zu stärken ist wichtig und unabdingbar.

Und was ist jetzt was?

Selbstbewusstsein: Sich seiner Stärken, Schwächen, Talente, Fähigkeiten und Wissens bewusst sein. Ich weiß, wer ich bin.

Selbstsicherheit: Ich trete mit einer gewissen Sicherheit auf, weil ich in dem Rahmen, in dem ich mich gerade befinde, gut aufgehoben bin. Ich kann leisten, was von mir erwartet wird. Doch nicht täuschen lassen: Zwischen Außenwirkung und eigener Wahrnehmung können Welten liegen. Wir können nämlich selbstsicher auftreten und uns dennoch total unsicher fühlen.

Selbstvertrauen: Ich kann mir selbst vertrauen, dass ich diese Herausforderung oder diese Situation gut meistern kann. Ich habe bereits die Erfahrung gemacht, dass ich schwierige Probleme gelöst habe.

Selbstwertgefühl: Ich weiß, dass ich wertvoll bin. Und das ist nicht abhängig davon, ob ich etwas gut oder schlecht mache. Ich bin ein wertvoller Mensch.

Die Strategie: So tun, als ob

Was ist das für eine Strategie? Man verschafft sich selbst Selbstvertrauen, in dem man einfach so tut, als ob man es kann. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden ob es tatsächlich so ist oder nur in unseren Gedanken. Die Ursachen-Wirkungs-Kette der bekannten Mentaltheorien kann man auch umkehren. Eigentlich denken wir wie folgt:

  • Wir fühlen uns glücklich > Wir lächeln.
  • Wir haben Angst > Wir laufen davon.

Nach der Als-ob-Theorie klappt es aber auch andersherum:

  • Wir lächeln > Wir fühlen uns glücklich.
  • Wir laufen davon > Wir haben Angst.

Aber auch unsere Körperhaltung und Mimik beeinflussen und verstärken unsere Stimmung. Die Ursachen-Wirkungs-Kette funktioniert auch hier. Was tust du, wenn du dich glücklich fühlst? Vielleicht singst du ein Lied, tanzt oder pfeifst? Wenn du das nächste Mal glücklich sein möchtest, dann verhalte dich, als ob du glücklich bist. Die Glückshormone werden ganz sicher von allein ausgeschüttet und dein Glücksempfinden steigt.

“Auf Dauer nimmt deine Seele die Farbe deiner Gedanken an.” – Marc Aurel

Beziehungen

Heute ist die größte Bedrohung für den Menschen die Einsamkeit. Das sagt zumindest Arzt und Psychiater Manfred Spitzer. Menschen sind Gemeinschaftstiere und zu einer Gemeinschaft gehören ist auch heute noch eines unserer Grundbedürfnisse und eine Quelle für glückliche Gefühle.

Jedoch entscheidet nicht die Masse an Kontakten über unser Glück, sondern die Qualität unserer Beziehungen. Gemessen an unserer Hirnkapazität, können wir sowieso nur zu rund 150 Menschen eine soziale Beziehung aufrechterhalten. Das sind in dem Fall nicht nur Familie, Freunde und Kollegen, sondern auch Nachbarn, Geschäftspartner oder Dienstleister, mit denen wir überschaubar interagieren können.

Eine große Quelle von Zufriedenheit besteht aber auch darin, andere Menschen glücklich zu machen. Teilen und Unterstützen ist wichtiger als “Haben”. Deshalb macht es mich auch unfassbar glücklich, wenn ich mit meiner Arbeit und meinen Worten inspirieren und “helfen” kann. Danke, dass ihr Teil meiner Zufriedenheitsquelle seid.

Wie ist dein Umfeld?

Wenn man eher kreativer und chaotischer Denker ist, dann knallt man in einem eher konventionellen Umfeld oft gnadenlos an die Decke. Dann hört man vielleicht auch Dinge wie “haben wir schon immer so gemacht” oder “das wird so niemals gehen” und entwickelt selbst Überzeugungen, die den eigenen widersprechen und uns aushöhlen. Und schneller als wir schauen, haben wir das Träumen und Glücklichsein wieder aufgegeben.

Eine Übung:

Schritt 1: Nimm ein Blatt Papier und notiere zehn Menschen, die dir derzeit wichtig sind. Das können Menschen aus dem echten Leben sein oder auch Menschen, denen du in den sozialen Netzwerken folgst.

Schritt 2: Notiere anschließend auf einem neuen Blatt, die zehn Menschen, mit denen du in den letzten vier Wochen am meisten Zeit verbracht hast (persönlich oder virtuell).

Schritt 3: Schaue nun in deine Aufzeichnungen und markiere die Menschen, die du freiwillig getroffen hast.

Schritt 4: Betrachte die Aufzeichnungen von Schritt 1 und Schritt 2. Hast du überwiegend Menschen getroffen, die dir wirklich wichtig sind? Oder hast du viel Zeit mit Menschen verbracht, die dir nichts bedeuten?

Was nimmst du aus dieser Übung mit? Was willst du ändern? Wann? Wie?

Gesundheit

“Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab, was du denkst.” – Dale Carnegie

Wenn wir bereits heute für unser körperliches Wohlbefinden sorgen, dann schaffen wir eine gute Basis für unser Allgemeinbefinden. Investieren wir in unsere Gesundheit, dann erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit später mehr von dem machen zu können, was wir wollen. Eine Garantie gibt es natürlich nie, aber es ist einen Versuch wert.

Und es gibt viele Aktivitäten, die aktiv auf unser Gesundheitskonto einzahlen und zugleich Glückshormone ausschütten. Eine absolute Win-Win-Situation.

Abschalten macht glücklich

Stille, Leere und Ruhe ermöglichen, dass unser Gehirn die vielen Eindrücke verarbeiten kann. Wenn wir aktiv abschalten, dann entspannen wir unseren Geist. Das wiederum macht aus mehreren Gründen glücklich:

  • Selbstwirksamkeit macht glücklich. Wenn wir die Hoheit über unsere digitalen Geräte zurückerobern, dann erleben wir uns als selbstwirksam. Das Gerät hat nicht uns im Griff, sondern wir das Gerät.
  • Nein sagen macht glücklich. Wenn wir im Feierabend, Wochenende oder Urlaub nicht erreichbar sind, dann können wir stolz auf uns sein. Wir setzen Grenzen.
  • Störungsfreie Zeit macht glücklich. Wir kommen innerlich zur Ruhe und unser Geist kann regenerieren.
  • Stille macht glücklich. In der Stille hören wir endlich wieder, was im normalen Alltag häufig untergeht: unsere innere Stimme.
  • Etwas geschafft zu haben macht glücklich. Verhindern wir ständige Störungen, dann können wir wirklich produktiv arbeiten und schaffen unser Tagespensum.
  • Hobby machen glücklich. Wenn wir uns ausklinken und abschalten, dann können wir uns ganz bewusst Zeit nehmen für glücksbringende Aktivitäten, wie z.B. Hobbys.

Lesen

Diesen Punkt muss ich an der Stelle selbstverständlich unbedingt aufführen. Lesen steigert unser Wohlbefinden. Es steigert nicht nur Vorstellungskraft und Fantasie, sondern lässt uns neue Dinge lernen, unterhält und hilft uns zu entspannen.

Eine Langzeitstudie der Yale University zeigt, dass Menschen die wöchentlich bis zu 3,5 Stunden lesen um eine 17 Prozent höhere Lebenserwartung haben als Nichtleser. Bei Viellesern liegt diese sogar bei 23 Prozent. Im Durchschnitt leben Bücherwürmer also zwei Jahre länger. Das gilt übrigens nur für das Lesen von Büchern. Zeitschriften und Zeitungen haben diesen Effekt nicht.

Bereits 6 Minuten tägliches Lesen sorgt übrigens schon für Erholung. Das sollten wir doch auf jeden Fall schaffen, oder?

Was tut noch gut?

Aber auch andere Dinge wie Musik erleben, Spazieren gehen bzw. Bewegung ganz allgemein, die richtige Atmung, eine gesunde Ernährung, Dankbarkeit, Genuss oder Lachen haben einen wichtigen Beitrag zu unserer Gesundheit und helfen uns dabei fit und vital zu bleiben.

Das Buch liefert selbstverständlich noch viel mehr Tipps, Übungen, gute Gedanken und kluge Handlungsempfehlungen. Doch würde ich noch mehr schreiben, dann wäre dieser Text am Ende wirklich zu lang. Viel sinnvoller ist es daher, dass du in das Buch unbedingt mal reinliest und dir mitnimmst, was du gerade gebrauchen kannst.

Eine große Bitte in eigener Sache

Ich befinde mich gerade in den Planungen dazu, ob es auch dieses Jahr wieder einen Adventskalender geben wird und wie ich diesen in diesem Jahr gestalten werde. Um diesen aktiv zu bewerben, würde es wahnsinnig hilfreich sein, wenn ihr mir Feedback gebt. Falls euch meine Texte helfen und bereichern, dann schreibt mir gerne ein paar Worte dazu (gerne direkt als DM auf Instagram, alternativ auch gerne als Antwort auf diese Mail) und erzählt mir, was euch daran gefällt oder ihr dazu schon immer mal sagen wolltet. Ich würde einige davon als Testimonial anonym veröffentlichen, damit noch mehr Menschen auf den Inspirations-Letter aufmerksam werden.

Als Dankeschön für die Mühe verlose ich unter allen, die mir bis 09. November eine Nachricht senden, einen Büchergutschein im Wert von 20 Euro zur freien Verfügung. Der Gutschein wird von mir persönlich gesponsert und steht in keinem Zusammenhang mit irgendeiner Plattform. Tausend Dank.

Was nimmst du dir mit?

Ich hoffe, du bist gut in diesen Sonntag gestartet und die Zeitumstellung macht dir nicht zu sehr zu schaffen. Mich würde interessieren, was du dir aus der heutigen Ausgabe für dich mitnimmst? Beim Lesen des Buches hatte ich damals selbst viele Aha-Momente. Vielleicht geht es dir heute bei meinen Zeilen an mancher Stelle ebenso?

Ich wünsche dir einen wunderbaren Start in die neue Woche, viele gute Momente, Zeit für Erholung und ganz viele Glücksgefühle. Du hast sie auf jeden Fall verdient.

Alles Liebe,

Petra

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