Vor zwei Wochen habe ich im ersten Teil bereits darüber geschrieben, wie loslassen gelingen kann. Weil mich das Thema selbst so beschäftigt hat und es noch viel mehr dazu zu sagen gibt, folgt heute der zweite Teil mit praktischen Tipps und guten Gedanken.
Im Buch “Loslassen – Die Kunst, die vieles leichter macht” von Dr. Irmtraud Tarr (Patmos Verlag ) verstecken sich trotz des geringen Umfangs viele gute Gedanken. Die Autorin ist Psychotherapeutin, Universitätsprofessorin und sogar international tätige Konzertorganistin und hat bereits zahlreiche Bücher zu verschiedenen Themen verfasst.
In der Einleitung des Buches findet man folgenden Abschnitt, der mich nachdenklich gestimmt hat. Ich habe danach darüber geschrieben und versucht hinzuschauen, wovor ich selbst Angst habe. Was ich nicht loslassen möchte, was mir aber vielleicht ganz gut tun würde. Wenn du möchtest, dann schau doch auch du mal genauer hin. Die Textstelle lautet: “Wer loslässt, hat die Hände frei. Auch wenn es nur ein kleines Stück Freiheit ist, das man gewinnt, oder der Ausbruch aus einer Routine, die sich eingeschlichen hat – man entdeckt wieder, dass man die Wahl hat, wie man sein Leben gestaltet, und fühlt sich um ein kleines Abenteuer reicher. […] Aber man ahnt, dass man sich selbst weiterbringt und verändert, wenn man die Kraft hat, etwas aufzugeben. Tief innen wissen wir, dass es uns auferlegt ist, immerzu etwas aufzugeben, um lebendig zu bleiben. Loslassen hat etwas mit Ent-Bindung zu tun, mit Ablösung, Aufbruch und Befreiung von etwas, das man nicht mehr festhalten will.”
Wie geht Zufriedenheit?
Welche leidigen Verhaltensmuster hast du? Hast du darüber schon einmal nachgedacht? Bist du ein Mensch, der anderen gerne gefallen möchte? Bist du eher nachtragend? Bist du leicht neidisch auf andere? Ungeduldig, verschwenderisch, destruktiv? Bist du süchtig nach Arbeit?
Die meisten von uns werden irgendwelche Verhaltensweisen finden, die sie gerne ablegen würden. Ich auf jeden Fall. Tarr schreibt in ihrem Buch, dass in den Mustern gefangen zu sein, nicht gleichbedeutend ist mit der Tatsache, ihnen ausgeliefert zu sein. Man weiß lediglich (noch) nicht, wie loslassen wirklich gelingt.
Für mich war das selbst ein spannendes Projekt, denn wenn ich etwas nicht gut kann, dann ist es loslassen. Selbst auf materieller Ebene bin ich häufig der Meinung, bestimmte Dinge noch aufzubewahren für diesen einen Moment. Doch wir kennen es alle, dieser eine Moment kommt in den seltensten Fällen wirklich.
Gefühle loslassen klappt irgendwie noch schlechter. Vor einigen Tagen bin ich morgens aufgewacht und wusste sofort, dass das nicht mein Tag wird. Ich fühlte mich ziemlich antriebslos und hatte überhaupt keine Motivation irgendwas auf meiner To-Do-Liste abzuarbeiten. Stattdessen tat ich nichts, scrollte durch Instagram und war danach noch unzufriedener mit mir selbst. Und dann hab ich mich an das Buch erinnert und versucht meine negativen Gefühle und meine Unzufriedenheit einfach loszulassen. Nicht noch weiter in dieser zu verharren, sondern eine neue Perspektive einzunehmen und das Ruder nochmal rumzureißen. Das mag sicherlich nicht immer klappen, aber sehr häufig eben doch.
“Wenn du fällst, musst du loslassen.”
Die Autorin schreibt in ihrem Buch: “Ist es nicht eigenartig, wie unfroh wir darüber sein können, dass wir unzufrieden sind? Reicht es nicht, dass man einfach unglücklich oder unzufrieden ist? Auf den ersten Blick scheint es naheliegend, dass man seine eigenen Gemütszustände bewertet, beurteilt und gewisse Einstellungen dazu entwickelt. Aber bei näherem Hinsehen hat es auch etwas Selbstquälerisches, als ob man Salz in eine Wunde streut, um die Schmerzen zu lindern, oder Benzin in ein Feuer schüttet, um es zu löschen. Was geschieht? Es brennt noch heftiger.”
Die Vorstellung von Glück und Zufriedenheit in unseren Köpfen führt dazu, dass wir Bildern nachjagen und nicht mehr wirklich offen dafür sind, was das Leben uns bietet. Unsere Ideen von Glück und Zufriedenheit hindern uns daran, zu sehen und wahrzunehmen, was bereits ist. Sie kommt aber nur zu denen, die ihre Vorstellungen loslassen können. Loslassen schenkt Freiheit. Tarr meint dazu: “Glück und Zufriedenheit sind der natürliche Ausdruck anstrengungslosen Seins. Sie kommen, wenn wir sie annehmen, so wie sie sich anbieten. Ähnlich wie die Sonne, die sich manchmal hinter Wolken verbirgt, im Grau des Himmels versteckt und dann plötzlich wie von selbst wieder strahlt.”
Kurzer Exkurs: Was hilft bei emotionalen Tiefpunkten?
Punkt 1: Anerkennen, was gerade ist
Von allen Punkten ist dies der wichtigste. Sei freundlich zu dir selbst und außerdem mitfühlend und liebevoll. Mach dir bewusst, dass du nicht alleine damit bist und es ganz normal ist, sich mal nicht gut zu fühlen oder in einem Loch gefangen zu sein.
Das Wetter ist der beste Vergleich dazu. Wir leben nie nur mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Es wird manchmal auch stürmisch, nass und dunkle Wolken ziehen auf. Doch so wie der Sturm kommt, wird irgendwann auch wieder die Sonne durch die Wolkendecke blinzeln.
Punkt 2: Auch in kleinen Schritten kommst du voran
Sei ehrlich zu dir selbst und schau genau hin, was du trotz allem noch tun kannst um wieder einen Schritt in die andere Richtung zu gehen. Mach dir jedoch auch bewusst, dass du aus Tiefpunkten etwas lernen kannst, was dich noch stärker und resilienter für die Zukunft macht. Tiefpunkte haben wir alle und sie sind erst einmal nichts schlechtes.
Punkt 3: Werde aktiv und übernimm Verantwortung für dein Leben
Du alleine hast in der Hand, wie du mit dir und deinen Gefühlen und Gedanken umgehst. Versuche dem Ganzen mit einer „es ist so wie es ist“ – Haltung zu begegnen. Versuche jedoch nicht die Dinge zu analysieren oder dir die Schuld an deinen Gefühlen zu geben.
Es kann dir helfen, dir Maßnahmen zu überlegen, die dir in schwierigen Situationen und bei Schlechtwetter-Lagen helfen können. Auch hier solltest du ganz auf deine Bedürfnisse achten. Was anderen gut tut, muss bei dir nicht ebenso helfen.
Eine Ideenliste:
- Priorisiere gesunde Ernährung – Die Versuchung für Chips, Schokolade, Eis und Co mag zwar hoch sein, doch langfristig freut sich dein Körper, wenn er mit vielen Vitamine und Nährstoffen versorgt wird.
- Gehe in die Natur – Ein Spaziergang in der Natur oder im Wald hilft deine Laune zu verbessern und entspannt dich sofort. Das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen.
- Sorge für Ordnung – Wenn es um die herum ordentlich und aufgeräumt ist, können auch deine Gedanken leichter zur Ruhe kommen. Manchmal hilft es, wenn man aktiv ins Tun kommt.
- Mache Sport – Egal ob Yoga, Schwimmen, Laufen oder etwas anderes. Mache Sport, der dir Spaß macht und Freude bereitet. Die Glücksgefühle kommen bestimmt.
- Entwickle neue gute Gewohnheiten – Überlege dir etwas, was dir persönlich gut tun könnte und führe es als neue Gewohnheit ein. Beispielsweise morgens oder abends in ein Journal schreiben, die regelmäßig einen Timer stellen um Pausen einzuhalten, Meditation auszuprobieren, eine fixe Verabredung mit einer Freundin, ein Cafédate mit dir alleine, täglich einige Seiten in einem Buch lesen usw.
Wichtig: Wenn du das Gefühl hast, dass du ohne professionelle Hilfe nicht aus deinem Tief herauskommst, dann solltest du dich nicht scheuen dir Hilfe zu holen. Diese Tipps können nur ergänzend unterstützen, ersetzen jedoch keine Therapie.
Loslassen als Aufgabe
Idee #1: Prioritäten können sich ändern
Manche Menschen haben als oberste Priorität “irgendwie durch den Tag zu kommen”. Neuorientierung kann sich jedoch nur anbahnen, wenn wir dazu bereit sind kritisch Bilanz zu ziehen, uns unserer Prioritäten bewusst werden und bereit dazu sind, diese neu zu bewerten.
Prioritäten setzen heißt: sich zu fragen, welche Wünsche oder Aufgaben man anderen, gleichartigen vorzieht. Eine sehr persönliche und individuelle Wahl, die nur jeder für sich selbst definieren und entscheiden kann.
Prioritäten kann man jederzeit ändern, doch braucht es manchmal Mut und Entscheidungsfreude dazu. Denn unter Umständen bedeutet es, sich von alten Mustern, Rollen und Sichtweisen zu verabschieden und seine eigene Komfortzone zu verlassen. Das ist nicht immer bequem und wir wissen ja, wie sehr unser Kopf bekannte und gewohnte Dinge liebt.
Die Autorin schreibt: “Vor allem, wenn man sehr eingespannt ist, besteht die Gefahr des Kontrollverlustes mit den eigenen inneren Werten, wenn man nicht rechtzeitig anhält und neu definiert, was einem wesentlich und heilsam ist.”
“Wer nicht loslässt, dem wird entrissen.”
Wir brauchen ein Gegenwicht zu den zentrifugalen Kräften, die immer wieder an uns zehren und sollten daher nicht vergessen, auch uns selbst zur Priorität zu machen. Ganz besonders uns selbst. Wir sollten uns kleine Oasen schaffen, die uns daran erinnern, dass wir selbst wichtig sind. Und nur wenn es uns gut geht, können wir auch anderen helfen.
Idee #2: Im Hier und Jetzt leben
“Ständiger Rückblick verhindert den befreienden Ausblick in die Weite”, schreibt Dr. Irmtraud Tarr und macht Mut, nicht zu sehr an der Vergangenheit zu hängen und zugleich auch nicht ständig an die Zukunft zu denken.
Ein bekanntes Sprichwort heißt: “Wer loslässt, hat die Hände frei.” Und wem es gelingt sich dem Jetzt zuzuwenden, der ist weniger anfällig für Störungen von außen und mehr bei sich selbst und in seiner eigenen Mitte.
In einem Artikel las ich einmal von einem Rezept für Zufriedenheit. Darin hieß es, dass zufriedene Menschen sich häufig nur einer Sache widmen. Nach dem Motto: “Das Wichtigste zuerst, aber nicht das Dringendste.”
Hier ist es jedoch wieder entscheidend, dass man klar priorisieren kann, was wirklich wichtig und was eher nebensächlich ist. Und zudem muss man Grenzen setzen können. Grenzen setzen bedeutet, dass durchaus auch Wege abgeschnitten werden können. Zugleich macht es jedoch unglaublich frei. Wer sich immer sämtliche Türen offen halten möchte, der kann zwar einer Illusion von unbegrenzten Möglichkeiten folgen, er verpasst damit aber auch die nötige Hinwendung zu einer bewussten und intensiven Lebensweise.
Die Autorin schreibt: “Und die Realität ist, dass wir jeden Tag die Wahl haben, ob dieser Tag ein Geschenk oder eine mühsam zu überwindende Hürde, ein Korsett oder eine Chance ist. Das heißt nicht, dass wir das lieben müssen, was das Leben uns entgegenschleudert. Es kommt aber darauf an, wie wir die Bälle auffangen. Ist man bereit, das anzunehmen, was einem begegnet, wird man immer wieder Überraschendes und Unerwartetes erleben.”
Viele Menschen machen häufig mehrere Dinge gleichzeitig oder erwecken den Eindruck, dass sie eine Sache möglichst schnell hinter sich bringen möchten. Ein großer Teil unserer wichtigen Energie verpufft jedoch, wenn wir mehrgleisig fahren und mehreres gleichzeitig angehen. Deshalb sollten wir uns immer öfter folgendes bewusst machen: Eins nach dem anderen. Wir werden gelassener. Auch deshalb, weil wir manches gleich ganz lassen können.
Andrey Bond via Unsplas
Idee #3: Mit Hindernissen umgehen lernen
“Wenn ich endlich Urlaub habe, dann…”,“Wenn ich fünf Kilo abgenommen habe, dann…” so oder ganz ähnlich lauten Aussagen von Menschen, die sich gern auf ein besseres Leben vertrösten. Wir fallen manchmal dem Irrglaube zum Opfer, dass wir ruhiger, entspannter und gelassener Leben können, wenn wir endlich alle Hürden überwunden haben.
Doch das Leben ist einfach nicht planbar. Es wird immer wieder Störungen, Probleme und Hindernisse geben, denen wir uns stellen müssen. Ob wir es nun wollen oder nicht.
Wir Leben eigentlich immer nur einen Schritt entfernt von Unwägbarkeiten, die sich uns in den Weg stellen. Es wird leichter, wenn wir uns vom Gedanken verabschieden, dass es jemals perfekt und vollständig sein wird. Vielleicht ist das sogar die Einladung dazu, die Dinge die wir für selbstverständlich halten, wieder mehr anzunehmen und wertzuschätzen.
Das Leben ist dazu da unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten optimal zu entfalten und jeder Tag liefert uns kleine Lektionen, die unsere Fähigkeit zur Gelassenheit trainieren. Wenn eine Situation nicht zu ändern ist, dann müssen wir sie annehmen. Was wir jedoch immer ändern können, ist unsere Einstellung dazu.
Idee #4: Lass den Perfektionismus sein
Ein Satz, den ich doppelt unterstrichen habe lautet: “Immer, wenn ich wieder in die Falle der Perfektion gerate, dann frage ich mich, was mir wichtiger ist: meine Lebendigkeit oder mein Bessersein-Wollen.”
Die Autorin bezeichnet Perfektion als Kerker, der das Bewusstsein verengt und die Wahrnehmung verzehrt. Und wenn ich darüber genau nachdenke, dann muss ich mich immer wieder fragen, ob Perfektion mich wirklich zufriedener und glücklicher macht?
Die meisten Menschen, die sich so beschreiben würden, haben keine Millionen auf dem Konto, keinen Traumjob, kein Traumhaus oder zumindest nicht alles auf einmal. Zufriedenheit und Glück speist sich nicht aus Perfektion. Lassen wir diese los, gewinnen wir viel.
Wir sind sicher genug, um nicht perfekt sein zu müssen und leben entspannter mit dem Unvollkommenen, das meist sowieso mehr als genug ist.
“Nicht mehr angewiesen auf perfekte Lösungen, treiben wir eleganter und gelassener auf den Wellen des Lebens.”
Idee #5: Materielle Wünsche loslassen
Viele Menschen leben nach dem Motto “Man lebt nur einmal.” Wer sich nicht alles gönnt, der gilt als verklemmt. Manchmal ist es vielleicht auch das Gefühl mit anderen Menschen mithalten zu wollen. Dabei ist es doch so, dass Wünsche die man sich einfach so erfüllt, uns meist nur kurz und flüchtig erfreuen. Das Glücksgefühl über den erfolgreichen Kauf schwindet schneller als man schauen kann.
“Die Erfüllung innerer Wünsche wird nicht mithilfe von Äußerlichkeiten erreicht.”, schreibt die Autorin im Buch. Die Unterscheidung zwischen dem, was man braucht, und dem, was man wünscht, ist nicht nur praktisch schwierig, sondern hängt auch mit der Kultur zusammen, in der man lebt. Es ist nicht so einfach Wünsche loszulassen, wenn man von außen immer wieder vermittelt bekommt, dass man dieses Teil aber braucht um glücklich zu sein.
Dabei geht es nicht darum, dass man sich Wünsche verbieten sollte oder irgendwelche Beschränkungen aufzuerlegen. Man sollte nur ein Bewusstsein dafür bekommen, welche Wünsche man eigentlich hat und dann immer wieder genau hinhören, was man eigentlich wirklich will.
Sehr gut zu diesem Thema passt auch das Buch “Konsum – Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen” von Carl Tillessen (Harper Collins (Öffnet in neuem Fenster)). Auch dazu findest du bereits einen umfassenden Beitrag (Öffnet in neuem Fenster) auf meinem Blog.
Menschen sind Wünschende, deshalb existieren Wünsche. Doch es kostet Mühe vom Lockmittel der schnellen Erfüllung loszulassen. Es lohnt sich jedoch ganz bestimmt. Die Autorin schreibt dazu: “Richtig wünschen heißt: verstehen, dass mehr nicht besser ist und dass das eigentliche Problem nicht darin besteht, etwas nicht zu haben, sondern darin, immer mehr haben zu wollen. Loslassen bedeutet nicht, dass man sich nichts mehr wünschen soll, sondern dass man begreift, dass die eigene Zufriedenheit nicht davon abhängt.”
Idee #6: Die Ruhe dazwischen wieder finden
Menschen, Ereignisse und Dinge, sind die Töne des Lebens. Ohne Pausen dazwischen, würden diese Töne keinen Sinn ergeben. Denn die Pausen schenken den Tönen den Wert, den sie am Ende haben.
So schreibt es auch Fleur Sakura Wöss in ihrem wunderbaren Buch “Innehalten” (btb Verlag ), das ich hier schon des Öfteren erwähnt habe. Auf dem Blog habe ich hier auch bereits darüber geschrieben.
In einem Gedicht von Rainer Maria Rilkes Stundebuch findet man folgende Passage: “Ich bin die Ruhe zwischen zweien Tönen, … aber im dunklen Intervall versöhnen sich beide zitternd. Und das Lied bleibt schön.” Und genau dieser Raum des “Dazwischen” ist es, den Rilke dort als wertvoll beschreibt und der unser Leben “schön” macht.
Fleur Sakura Wöss schreibt in ihrem Buch dazu: “Der Zwischenraum gewährt uns mehr als nur stehen zu bleiben, um Atem zu holen. Er ermöglicht uns, die Gerichtetheit des Lebens aufzugeben, und schenkt uns den Augenblick. […] Sie entscheiden sich für Ihr eigenes Lebenstempo, und sie entscheiden sich, keine Maschine, sondern ein Mensch zu sein. Ein Mensch mit seinen Aufs und Abs, ein Mensch mit seinem natürlichen Rhythmus […] So wie es Frühling, Sommer, Herbst und Winter gibt, so gibt es auch für uns Zeiten, in denen wir voller Kraft sind, und andere, an denen wir ruhen sollten. […] Wenn wir der Ruhe genauso viel Wert zumessen wie dem Tun, werden wir wahrhaft kreative Leistungen erbringen.”
Leere Zwischenräume sind einfach da. Sie haben keine Absicht. Doch eine Weisheit versteckt sich darin: Der Blick für das Wesentliche ist nur durch Weglassen möglich.
Wer nur im “Dann” lebt, stört den langsamen Prozess des Mitfühlens, Erinnerns und Begreifens. Nicht immer ist es möglich sich so auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, aber es gibt gute Gründe, es immer wieder neu zu versuchen. Wenn wir öfter unsere Aufmerksamkeit auf das “Dazwischen” legen würden, dann würden wir Gefühle vielleicht auch wieder bewusster wahrnehmen. Von uns selbst, aber auch von anderen und den Dingen, um uns herum.
“Lebendigkeit erfahren wir nur im Fortschreiten, durch das es uns gelingt, zu bleiben und zu werden, wer wir sind. Nicht loslassen zu können bedeutet Stillstand und das Unvermögen, wirklich lebendig zu sein.”
Was möchtest du dir für die kommende Woche mitnehmen?
Loslassen hat sehr viele spannende Facetten und bevor ich angefangen habe mich mit diesem Thema zu befassen, war mir das selbst gar nicht so bewusst. Es gibt viele Dinge, die ich in meinen eigenen Alltag mitnehmen möchte. Dazu gehört nicht nur, mich von meiner Perfektion zu verabschieden, die mich ganz häufig eher blockiert, als bereichert. Und die “Dazwischen”-Töne bewusster wahrzunehmen und zu genießen. Was nimmst du in die neue Woche für dich mit?
Ich freue mich von dir zu hören, falls du berichten möchtest. Entweder als Antwort auf diese Mail oder direkt auf Instagram. Und jetzt wünsche ich dir eine gute Woche voller spannender Momente und auch ein wenig Zeit für dich.
Alles Liebe,
Petra


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