Es gibt viele verschiedenen Möglichkeiten, um Selbstfürsorge im Alltag zu praktizieren. Was mir persönlich gut tut, muss natürlich nicht der richtige Weg für dich sein. Vielleicht findest du aber Inspiration in meiner Liste.
Mir persönlich ist es besonders wichtig, dass ich keine ausufernde Liste an täglichen To-Dos habe, die ich Stück für Stück abarbeiten muss. Ellenlange Morgenroutinen sind deshalb für mich gar nicht gemacht. Weil es alle tun, habe auch ich mich daran probiert und schnell bemerkt, dass ich die einzelnen Punkte eher als Belastung, statt als Bereicherung sehe.
Ich persönlich habe fünf essentielle Punkte für mich identifiziert, die mir wirklich helfen und sehr gut tun. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ich alle fünf täglich umsetze.
1. Journaling/Schreiben
Manchmal schreibe ich tagelang nicht, manchmal schreibe ich mehrmals pro Tag. Ich nutze es insbesondere in besonders stressigen und heraufordernden Zeiten, um meine Gedanken zu sortieren. Das hilft mir auch nachts besser zur Ruhe zu kommen und im Bett nicht in endlosen Grübelschleifen zu versumpfen.
Manchmal schreibe ich die sogenannten Morning Pages. Einfach drauf los, ohne spezielle Fragen, ohne Plan. Ich schreibe einfach auf, was hochkommt. Ich achte nicht auf Grammatik, Satzzeichen und Sinn und setze den Stift nicht ab. Manchmal schreibe ich zu speziellen Fragestellungen, manchmal beantworte ich mir selbst konkrete Fragen. Das ist alles so, wie es sich gerade für mich gut und richtig anfühlt.
Ich schreibe im Bett, am Tisch, manchmal auch in der Natur, im Garten und habe auch im Urlaub und unterwegs immer ein kleines Journal dabei. Auch Notizen mache ich am liebsten handschriftlich, weil es sich für mich persönlich besser anfühlt, als wenn ich in meine Notizen und Gedanken in eine App tippe. Aber selbstverständlich wäre auch das eine Option, wenn es für dich so passt.
Obwohl ich aktuell nicht den Anspruch hege einmal selbst ein Buch zu schreiben, probiere ich mich seit kurzem auch in diesem Gebiet aus. Meine Inspiration ist der wundervolle Account von Kea von Garnier .
Während einer Aktion habe ich mir ihre drei tollen Schreib-Bundles gekauft und experimentiere aktuell ein bisschen rum. Alles ganz ohne Druck und so, wie es sich gut anfühlt. (unbezahlte Werbung – selbst gekauft)
Was natürlich ebenfalls ganz wichtig ist, ist die richtige Ausstattung. Ich habe mir extra schöne Stifte und ein Notizbuch zugelegt, in das ich wirklich gerne schreibe. Bei mir ist es das Moleskine Blanco (Öffnet in neuem Fenster) mit Softcover. Das Papier mag ich sehr. Aber auch die Bücher von Leuchtturm 1917 (Öffnet in neuem Fenster) sind wunderbar.
2. Spaziergang in der Natur
Wann immer möglich, versuche ich einen Spaziergang in meinen Tag einzubauen. Am liebsten direkt in die Natur bzw. den Wald. Wenn das nicht möglich ist, tut es aber auch gut einfach so eine kleine Runde zu drehen. Wenn ich die frische Luft atme und mich bewege, dann kommen meine Gedanken sofort zur Ruhe. Die Wirksamkeit wurde auch bereits durch zahlreiche Studien belegt. In diesem Spektrum-Artikel kann man das zum Beispiel nachlesen. Wichtig bzw. empfehlenswert wäre es aber, dass man das Handy auch mal zuhause lässt. Bin ich im Wald unterwegs, habe ich auch nie einen Podcast auf den Ohren, damit ich wirklich komplett in die Stille und Ruhe eintauchen und mich nur auf meine Schritte konzentrieren kann.
Wohlfühlort Wald von Peter Butenuth (Francke Verlag )
3. Meditation
Mit Meditation hatte ich selbst lange meine Schwierigkeiten. Obwohl es immer als wunderbares Tool für mehr Achtsamkeit propagiert wurde, bin ich nie so recht damit warmgeworden. Das lag mitunter daran, dass ich selbst immer eine völlig falsche Vorstellung hatte. Eine Stunde in absoluter Ruhe im Schneidersitz auf dem Boden sitzen – undenkbar. Dabei gibt es so viele unterschiedliche Formen von Meditation. Selbst im Gehen kann man theoretisch meditieren. Seit mir bewusst wurde, dass “an nichts denken” unrealistisch ist und selbst eine 5- Minuten-Meditation bereits helfen kann, habe ich es geschafft diese in meinen Alltag einzubauen. Zu Beginn habe ich angeleitete Meditationen verwendet und beispielsweise 7mind genutzt. Ich habe jedoch für mich selbst festgestellt, dass ich mit absoluter Ruhe besser klarkomme. Aber auch das ist super individuell.
Ich nutze begleitend dazu sehr gerne eine Duftkerze, ein Öl oder ein Duftspray, um zusätzlich eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Im Sommer bin ich zum Beispiel großer Fan davon, mich morgens in den Garten zu setzen, barfuß durch das vom Tau nasse Gras zu gehen und den Tag so zu begrüßen. Das hat für mich zudem etwas sehr erdendes.
Die auf dem Bild verwendeten Tools sind Dinge, die man natürlich keinesfalls für eine Meditation benötigt. Für mich ist es mittlerweile aber schon ein tolles Ritual geworden, mir beispielsweise eine Kerze anzuzünden oder nach einem Workout auf dem Meditationskissen noch ein wenig Entspannung einzubauen.
Alle auf dem Bild gezeigten Produkte sind unbezahlte Werbung und selbst gekauft.
Paz Arando via Unsplash.com
4. Kochen
Hier scheiden sich sicherlich die Geister. Manche sehen Kochen als Notwendigkeit an, da man schließlich essen muss. Andere – so wie ich – können dabei wunderbar entspannen. Was mein Kochen ist, ist bei dir vielleicht der Mal- oder Töpferkurs, Stricken oder irgendeine andere schöne Aktivität.
Ernährung ist für mich schon immer ein großes Thema. So sehr, dass ich mich in dem Gebiet auch weitergebildet habe. Ich bin zudem aber auch absoluter Genussmensch und liebe Essen sehr. Für mich gibt es nichts besseres, als sich neue Kombinationen zu überlegen, mit Kräutern zu experimentieren, frische Zutaten zu verarbeiten und das fertige Gericht zu genießen.
Natürlich koche ich keine aufwendigen mehrgängigen Menüs nach einem anstrengenden Arbeitstag, aber auch ein “normales” Pastagericht oder einen Salat kann man zelebrieren und mit viel Liebe zubereiten.
Das Schneiden der Zutaten, das Rühren, Schmecken und Experimentieren ist wie eine kleine Meditation (Stichwort Schokoladenmeditation) die meine Sinne und den Gaumen immer wieder neu beansprucht. Und ein warmer Eintopf im Winter oder echtes Comfort Food ist doch ganz sicher eine Form von Selbstfürsorge, oder?
Meine Liebe zu Kochbüchern kommt nicht von ungefähr, denn schön aufbereitete Bücher verzaubern nicht nur mit den darin vorgestellten Rezepten, sondern auch mit wunderschönen Bildern.
Übrigens: Wenn du auf der Suche nach speziellen Empfehlungen bist, dann schreib mir immer gerne als Antwort auf die Mail oder via Instagram.
Ich habe sehr viele Bücher, aus denen ich gerne koche. Im letzten Monat habe ich diese hier am häufigsten zur Hand genommen:
- “Eat good vegan Food” von Doris Flury (Yuna )
- “Gemüse kann auch anders” von Bettina Matthaei (GU )
- “Green & Beans” von Anne Katrin Weber (AT Verlag)
- “Einfach & vegan” von Eileen Pesarini (Thorbecke)
- “Simple” von Ottolenghi (DK Verlag )
5. Lesen
War natürlich klar, dass dieser Punkt auch auf meiner Liste landet. Lesen gehört seit jeher zu meinen bevorzugten Selbstfürsorge-Routinen und nichts entspannt mich mehr, als ein gutes Buch. So kann ich dem Alltag, Sorgen und Ängsten entfliehen und in eine neue Welt abtauchen. Oder wahlweise tolle Dinge lernen. Bücher sind für mich eine Notwendigkeit und doch fällt immer wieder Lesezeit dem Handy zum Opfer.
Meine Tätigkeit auf Instagram ist dazu natürlich absolut kontraproduktiv und so darf ich hier immer wieder neu an mir arbeiten und lernen, dass die Social Media Welt auch mal warten kann. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich nur gute Bücher empfehlen kann, wenn ich diese auch lese.
Mein Ziel ist es deshalb auch an absolut vollen Tagen ein paar Seiten zu lesen. Fünf bekommt man immer irgendwie unter und wenn man Glück hat, dann ist das Buch so spannend, dass man es nach fünf Seiten doch noch nicht zur Seite legen kann.
Letztlich darf man aber nicht vergessen: Lesen ist kein Wettbewerb. Wie schnell man liest, wie viele Bücher man schafft, das ist total irrelevant. Und manchmal muss es eben auch eine Serie, ein Film oder etwas ganz anderes sein und dann ist auch das okay. Das gute ist ja, dass die Bücher nicht weglaufen und irgendwann ist die Zeit wieder da, in der man völlig zwischen den Seiten versinkt und die Welt um sich herum einfach mal kurz ausblendet. Ein absolutes Wohlfühlprogramm für Körper und Geist.
Bonus: Eines meiner liebsten Selfcare-Rituale ist ein Besuch in der Buchhandlung, wenn ich zudem ein wenig Zeit im Gepäck habe. Ich packe alle Bücher ein, die mich irgendwie ansprechen, mache es mir auf einem Lesesessel bequem – wenn möglich gerne mit einem Kaffee – und lese in Ruhe in alle Bücher rein. Dann entscheide ich gut durchdacht, welche Bücher in mein Regal einziehen dürfen und belohne mich mit mindestens einem. Für mich ein wunderbares und wirklich erfüllendes Ritual.
Ein paar neue Buchtipps gibt es demnächst auf Instagram bzw. im kostenlosen Newsletter. Zuletzt sehr geliebt habe ich “Das leise Platzen unserer Träume” von Eva Lohmann (Eisele Verlag ).
Welches Ritual nimmst du dir mit?
Wahrscheinlich wirst du mindestens einen Punkt meiner fünf Tools bereits selbst umsetzen. Vielleicht ist aber auch eine ganz andere Sache essentiell für dich? Wenn du magst, dann erzähl mir das gerne.
Möglicherweise inspiriert dich meine Liste aber auch dazu, eine Sache wieder aktiver zu verfolgen und umzusetzen. Das würde mich freuen. An jedem Tag findet man die Zeit eine Kleinigkeit für sich zu tun. Ich freu mich, wenn du heute bei deinem eigenen Ritual auch kurz an mich denkst.
Alles Liebe,
Petra